Zernez: enorme Staubwolke durch Felssturz am Linard Pitschen oberhalb Lavin

In der Gemeinde Zernez oberhalb Lavin ist es am Freitag am Linard Pitschen zu einem Felssturz gekommen. Auf knapp 3’000 m ü. M. lösten sich 20’000 bis 30’000 Kubikmeter Felsmassen und stürzten bis auf rund 2’000 m ü. M. herunter, wo das Geröll bei der Alp d’Immez zur Ruhe kam. Es wurden keine Personen verletzt.

 


 
Um 20:05 Uhr ging auf der Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Graubünden eine Meldung ein, wonach in der Fraktion Lavin in der Val Lavinuoz eine starke Rauchentwicklung festgestellt wurde. Die ausgerückten Einsatzkräfte stellten eine enorme Staubwolke fest, die sich aus einem Felssturz an der Ostflanke des Linard Pitschen auf etwa 3’000 m ü. M. ergab.

Unter den etwa 30’000 Kubikmeter Steinmassen befanden sich grössere Felsbröcke von etwa 50 bis 60 Kubikmeter Masse. Der Staub entwich durch das Tal Val Lavinuoz in Richtung Lavin und legte sich erst an der Engadinerstrasse H27 nieder. Die enorme Staubentwicklung ist laut Kantonspolizei auf das sehr trockenen Klima zurückzuführen.

Zernez: enorme Staubwolke durch Felssturz am Linard Pitschen oberhalb Lavin (Amt für Wald und Naturgefahren / Feuerwehr Zernez)

Zernez: enorme Staubwolke durch Felssturz am Linard Pitschen oberhalb Lavin (Amt für Wald und Naturgefahren / Feuerwehr Zernez)

„…Der Leser-Reporter A.E., der sich Lavin befand, erlebte die Staubwolke hautnah mit. «Es war ein komisches Gefühl», sagt A.E. An Anfang sei man sich nicht sicher gewesen, ob es sich um einen Brand oder doch einen Felssturz handle. «Die Menschen auf der Hotelterrasse sind alle ins Innere geeilt», sagt A.E. Es stellte sich aber schnell heraus, dass es sich nicht um einen Brand handelt: «Wir hatten den ganzen Staub in den Augen.»…“ (20 Minuten)

 
In der Chamanna Marangun, einer Hütte auf rund 2’200 m.ü.M. an der Grenze des Schweizerischen Nationalparks, hielten sich zur Zeit des Felssturzes elf Personen auf. Die gesamte Personengruppe, darunter sechs Kinder, wurden von der Heli Bernina wohlauf und unverletzt evakuiert. Ausser Gefahr befanden sich auch zwei Hirten auf der Alp Dadoura.

Die Feuerwehr Zernez sperrte alle offiziellen Wege, die ins Gefahrengebiet führen. Am Freitag waren rund 40 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen vor Ort. Für die Strassenreinigung wurden Mitarbeiter des Tiefbauamtes Graubünden aufgeboten. Weiter wurde die Kantonspolizei Graubünden von Mitarbeitern des Amtes für Wald und Naturgefahren, vom Zernezer Gemeindeführungsstab, von einem Geologen sowie dem Feuerwehrcorps der Pumpiers Zernez unterstützt.

Am Samstag nahmen Mitarbeiter des Amtes für Wald und Naturgefahren und ein Geologe einen Rekognoszierungsflug vor. Gemeinsam mit dem Gemeindeführungsstab wurde in einer Lagebeurteilung darauf beschlossen, dass bis auf Weiteres Wanderwege im Abschnitt Alp d’Immez gesperrt bleiben.

„Am Linard Pitschen werden in den nächsten Tagen noch weitere Nachstürze bis in das Val Lavinuoz erwartet.“ (Kantonspolizei Graubünden)

Zernez: enorme Staubwolke durch Felssturz am Linard Pitschen oberhalb Lavin (Amt für Wald und Naturgefahren / Feuerwehr Zernez)

Zernez: enorme Staubwolke durch Felssturz am Linard Pitschen oberhalb Lavin (Amt für Wald und Naturgefahren / Feuerwehr Zernez)

 

 

 
Fotos:
Amt für Wald und Naturgefahren / Feuerwehr Zernez, via Kantonspolizei Graubünden

No votes yet.
Please wait...




Kommentar schreiben




Kommentar





Kommentare

Es sind noch keine Kommentare eingetragen.







nächste Seite:
Bei Zillis ist es heute Sonntag zu einem Verkehrsunfall gekommen, bei dem während eines Überholmanövers ein…