Wolf M75 – auch St. Gallen eröffnet die Jagd – ohne DNA-Beweis

Laut Kantonsamtsblatt des Kantons St. Gallen gibt nun auch die sanktgallische Kantonsregierung den Wolfsrüden M75 zum Abschuss frei. Demnach hat das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (Kanton SG) am 25. April 2017 den Abschuss verfügt.

Die Abschussverfügung bezieht sich explizit auf „M75“. Der Abschussperimeter erstreckt sich ausschliesslich auf das Gebiet des Kantons St.Gallen und der Abschuss darf dabei nur durch Mitarbeiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei erfolgen. Wie auch in Graubünden ist die Abschussbewilligung 60 Tage lang gültig. Rekursen gegen diese vorliegende Verfügung (PDF) wird die aufschiebende Wirkung entzogen.

Wölfe springen über zu tiefe Weidezäune und suchen sich auch gezielt Lücken in den Zäunen: Wie der BLICK schreibt, wurden im April auch im Kanton St. Gallen mehrere Schafe gerissen. Offensichtlich sind die gegebenen bzw. vom Staat geforderten Schutzmassnahmen entweder zu tief angelegt oder vor Ort nicht korrekt umgesetzt. Auch im Kanton St. Gallen weiss man eigentlich noch gar nicht, ob es überhaupt M75 war, der Schafe riss; DNA-Spuren werden zur Zeit ausgewertet. BLICK: „Wegen des angetroffenen Tatbestandbildes handelt es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um M75.“.

Wieso werden nicht landesweit gültige Schutzmassnahmen für z.B. Schafhalter erlassen, die auch an die Fähigkeiten eines Wildtieres angepasst sind? Es ist nicht sinnvoll, Schutzmassnahmen zu erlassen, die für einen Wolf, der in der Natur ums Überleben kämpft, locker übersprungen werden können. So lange sich da nichts ändert, wird es logischerweise immer wieder zu Schafrissen, Abschussverfügungen und darüber empörte Menschen geben. Zusätzlich sollen Schafhalter entschädigt werden, wenn Schafe gerissen werden. Das ist doch alles unlogisch, teuer und nicht tierfreundlich, weder für Schafe noch für Wölfe.

Grafik in Header:
Screenshot St. Galler Kantonsamtsblatt, Abschussverfügung

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Kategorie(n): News / Aktuell
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Publiziert am 1. Mai 2017



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