WEF 2019 in Davos: nicht Trump, nicht Macron, dafür Greta Thunberg (Ticker)

(Letzte Aktualisierung: 12.11.2019 – 11:18) In Davos findet vom 22. Januar bis zum 25. Januar 2019 das alljährliche Davoser WEF (World Economic Forum) statt. Der US-Präsident Trump kündigte erst eine Teilnahme am Davoser Treffen an, machte später aber eine Absage via Twitter; die US-Demokraten seien schuld am „Shutdown“, weshalb er nicht nach Davos kommen werde. Auch der französische Präsident Macron wird kein Teilnehmer am WEF sein. Dafür hat die 16-jährige Schwedin und Klimaaktivistin Greta Thunberg angekündigt, in Davos teilzunehmen.

 


Trump macht Rückzieher

Als bekannt wurde, dass Donald Trump wie letztes Jahr am Davoser WEF teilnehmen werde, formierte sich, wie letztes Jahr, schnell Widerstand. Mitte Dezember 2018 machte unter anderem die SP Graubünden unmissverständlich klar, dass der umstrittene US-Präsident in Graubünden weiterhin nicht willkommen sei.

Der Davoser Kleine Landrat erteilte den Schweizer Jungsozialisten (JUSO) die Erlaubnis für eine öffentliche Platzdemonstration, um am 24. Januar in Davos gegen das World Economic Forum zu protestieren, dies während der Dauer von 3 Stunden. Die Kundgebung darf auf dem Areal zwischen dem Rathaus- und dem Bubenbrunnenplatz und unter Auflagen stattfinden.

Während am 06. Januar die Medien noch meldeten, Bundespräsident Ueli Maurer werde in Davos den amerikanischen Präsidenten treffen, ja sogar ein Gespräch mit Trump unter vier Augen führen, wussten sie es drei Tage später bereits besser. Donald Trump sagte seine Reise nach Graubünden ab. Grund sei die Unnachgiebigkeit der Demokraten im Budgetstreit, in der Sache der „Mauer“, die Trump an der US-Südgrenze bauen lassen will.

Nun kann Donald Trump nicht „Teil der Davoser Elite“ sein. Ob dies ein Verlust für die Bündner Bevölkerung oder die „Elite“ ist, sei dahingestellt. Das SRF ist der Meinung, dass Trump eher eine Belastung statt eine Bereicherung für das WEF ist. Auch 83% der Teilnehmer/innen einer kleinen Online-Umfrage von 20min.ch sind nicht enttäuscht, dass Donald Trump nicht ans WEF kommt. Für Rosenast von der Tourismus-Organisation Davos Klosters sei die Absage Trumps ebenfalls nicht dramatisch, der „Medien-Hype“ sei im Vergleich zum WEF 2018 sowieso nicht zu toppen: mit Trump nahm am WEF 2018 seit 18 Jahren zum ersten Mal wieder ein US-Präsident am Weltwirtschaftsforum in Davos teil.

 


Macron reist nicht nach Davos

Am Freitag eine weitere Absage einer bekannten Person: der französische Präsident Emmanuel Macron nimmt ebenfalls nicht am WEF in Davos teil. Das französische Präsidialamt habe dies mit dem vollen Terminkalender des Präsidenten sowie den anhaltenden Protesten der „Gilets Jaunes“ in Frankreich begründet, schreibt SRF.

Weitere Teilnehmer am WEF sind auch nach langem „Hin und her“ die drei Russen Oleg Deripaska, Viktor Vekselberg und Bankchef Andrei Kostin. Die beiden „Oligarchen“ (Wikipedia) Oleg Deripaska und Viktor Vekselberg sowie VTB-Bank-Chef Andrei Kostin stehen auf einer Sanktionsliste der Amerikaner und wurden zuerst vom WEF ausgeladen. Unter strengen Auflagen dürfen die beiden Russen nun doch beim WEF 2019 dabei sein. Der russische Präsident Putin oder sein Ministerpräsident Medwedew werden nicht am WEF teilnehmen.


16-jähige Greta Thunberg reist mit Zug nach Davos

Ob all der Absagen der „Elite“, in Davos teilnehmen wird laut eigener Aussage Greta Thunberg:

Die Jugendliche aus Schweden lebt mit dem Asperger-Syndrom, einer Variante des Autismus. Die im Jahr 2003 geborene Thunberg wurde im vergangenen Jahr weltweit als Jugend-Umweltaktivistin bekannt; das amerikanische Wochenmagazin Time Magazine nahm Greta Thunberg wegen ihres Engagements für den Klimaschutz in die Liste der einflussreichsten Teenager des Jahres 2018 auf. Über den Hashtag #FridaysForFuture findet man weiterführende Inhalte zu der durch Greta Thunberg initiierten Jugendbewegung auf Twitter und anderen sozialen Medien.

Greta teilte auf Twitter mit, dass sie 65 Stunden Zugfahrt auf sich nehmen wird, um nach Davos und zurück in ihre Heimat zu reisen.

Rechte und Populisten übten auf Social Media Kritik am Erfolg der 16-Jährigen. Sie werde von „den Linken“ „instrumentalisiert“, und für die „Klimalüge“ vorgeschoben, ungeachtet dessen, dass weltweit Schülerinnen und Schüler für den Planeten Erde auf die Strasse gehen und gegen die Ausbeutung desselben protestieren, beispielsweise auch im Nachbarkanton St. Gallen:

Es bleibt zu wünschen übrig, dass die Ohren der Medien, die Kameras und Mikrofone, die eigentlich ihre Aufmerksamkeit dem US-Präsidenten huldigen wollten, am 49. Jahrestreffen des WEFs Davos Greta gehören. Ihre Stimme ist nicht so hochkarätig, wie die von Trump oder Macron, verdient aber umso mehr Respekt und Wertschätzung. Ich bin überzeugt: ein WEF ohne Trump aber mit Thunberg, wird für das WEF sowie auch die öffentliche Stimmung in der Debatte rund ums WEF Gutes wirken.

 

Das Thema am WEF 2019 lautet „Globalization 4.0: Shaping a Global Architecture in the Age of the Fourth Industrial Revolution“ (Globalisierung 4.0: Gestaltung einer globale Architektur im Zeitalter der vierten industriellen Revolution). Das WEF ist eine der bedeutendsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Veranstaltungen der Welt.

Der Kanton Graubünden rechnet mit insgesamt rund 9 Millionen Franken Zusatzkosten für die Sicherheit des WEF-Jahrestreffens 2019. Die Kosten der öffentlichen Hand werden zu 2/8 vom Kanton Graubünden, zu 1/8 von der Gemeinde Davos und zu 3/8 vom Bund getragen. Das WEF Davos selber übernimmt 2/8 der Kosten (PDF Kanton Graubünden). Eine Untersuchung zur Wirtschaftlichen Bedeutung des WEF 2017 (PDF) wurde von der Hochschule St. Gallen im Auftrag des WEF durchgeführt.


Ticker: Schlagzeilen und Tweets zum WEF Davos 2019

(Letzte Aktualisierung: 12.11.2019 – 11:22)


 
Grafik in Header: Screenshot Tweet von Greta Thunberg

 

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