Staatsanwaltschaft Graubünden befasst sich nicht mit Regierungsrat Mario Cavigelli

Im Dezember 2017 reichte die Jagdgegner- bzw. Tierschutz-Organisation IG Wild beim Wild Strafanzeige gegen Regierungsrat Mario Cavigelli (CVP) auf der Bündner Staatsanwaltschaft ein. Letzte Woche hat die Staatsanwaltschaft der IG mitgeteilt, dass sie kein Verfahren (PDF) an die Hand genommen hat.

 


 
Die IG Wild beim Wild wies die Öffentlichkeit vergangenen Februar auch auf illegale Graureiherabschüsse in Graubünden hin. Diese eigentlich ehrenvollen Taten der IG relativieren sich angesichts der zuweilen radikalen Reaktionen derselben:

„Als neutraler Beobachter kommt man nicht darum herum, diktatorische, illegale, willkürliche sowie undemokratische Machenschaften in diesem Departement festzustellen. Bündner Spezialitäten sozusagen.“ (IG Wild beim Wild)

Die IG stört sich daran, dass es im politischen Tagesgeschäft grundsätzlich zulässig und offensichtlich strafrechtlich nicht relevant sei, wenn Politiker während Abstimmungen und Wahlen Unwahrheiten verbreiten würden. Es seien durch das unmoralische Verhalten von Mario Cavigelli Steuergelder der Bündner Bevölkerung missbraucht worden, er habe relevante Informationen vertuscht. So titelt die IG in Reaktion auf die Antwort der Bündner Staatsanwaltschaft: „Staatsanwaltschaft Graubünden kuscht“.

„Hobby-Jäger“ würden gewaltsam und unwahr lobbyieren, lokale Bündner Zeitungen (Druckereien) seien mit dem Entzug von Druckaufträgen erpresst worden, wenn sie Jagd-kritische Inserate annehmen würden. An der Churer HIGA seien zudem „auf Druck der gleichen militanten Hobby-Jäger-Kreise“ vertragliche Abmachungen gebrochen und sabotiert worden.

 


 
Als weitere Beispiele nennt die IG Wild beim Wild z.B. die im letzten Winter befristete Abschussbewilligung zweier Jungwölfe des Calanda-Rudels, die laut Bündner Verwaltungsgericht nicht verhältnismässig waren. Weiter sei bei der Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes von der Bündner Regierung gefordert worden, dass Umweltverbände weniger Mitspracherecht erhalten sollen. Doch der WWF Schweiz zeigte auf, dass dieses Mitspracherecht sehr wichtig ist und seine Berechtigung hat: „WWF Schweiz widerspricht mit Zahlen – 2015 seien über 90% der Beschwerden erfolgreich gewesen.“ (SRF)

Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat sich auch noch mit einer weiteren ähnlichen Anzeige einer Tierschutzorganisation zu beschäftigen: im September 2017 hat der Davoser Verein Wildtierschutz Schweiz Anzeige „wegen Unterlassung von Verhinderung von Straftaten gegen das Jagdgesetz sowie Beihilfenschaft zur Gefährdung von Leib und Leben .. [sowie] … Beihilfenschaft zur vorsätzlichen Wilderei eines Jägers einer geschützter Tierart und Verstoss zur Beihilfenschaft zum Kontaminieren mit Bleimunition eines Naturschutzgebietes von nationaler Bedeutung“ (IG Wild beim Wild) eingereicht.

 
Foto in Header: Symbolbild, ein #GRischashot via Damian

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