Portrait: Fragen an Nationalratskandidat Philippe Burger (Piratenpartei Schweiz)

Zu den kommenden Nationalrats- und Ständeratswahlen kandidieren verschiedene Bündner Politiker*innen für ihre Partei, oder auch Parteilos. Graubünden Online hat 7 Persönlichkeiten bzw. Kandidierende aus der Bündner Politik mit verschiedenen Fragen zu verschiedenen Themen befragt. In diesem Portrait: Philippe Burger, Nationalratskandidat Piratenpartei Schweiz (Wahlkreis Zürich).

Links zum Beitrag:
Philippe Burger, Twitter: www.twitter.com
Piratenpartei Schweiz: www.piratenpartei.ch


Graubünden Online:
Soweit ich weiss, hast Du zur Zeit viel zun tun, da Du für die Schweizer Piratenpartei für den Nationalrat kandidierst. Ist die Zeit vor Wahlen (persönlich sowie parteipolitisch) eine produktive, erfolgreiche Zeit?

Philippe Burger:
Es ist unglaublich motivierend zusammen mit Gleichgesinnten für Meschenrechte und Freheitsrechte im Digitalzeitalter zu kämpfen. Ich bin zufrieden mit dem Wahlkampf, weil ich überzeugt bin, dass wir die Diskussion über Netzpolitik in der Schweiz mit diesem aufwändigen Wahlkampf lanciert haben.


Graubünden Online:
wie sieht es aus mit dem „Sozialstaat Schweiz“? ist er bedroht, in guten Zustand auf gutem Wege, oder in einer Depression?

Philippe Burger:
Die Diskussion über die AHV, demographische Entwicklung und Erhöhung des Rentenalters spicht eine eindeutige Sprache: der schweizer Sozialstaat wird nicht ausgebaut sondern abgebaut.


Graubünden Online:
was macht die Schweizer Piratenpartei proaktiv für die Jugend in Graubünden?

Philippe Burger:
Die Piratenpartei setzt sich für humanistische Bildungspolitik, für Chancengleichheit, Open-Source, Copyleft und Jugendschutz in der virtuellen und der echten Welt ein. Nicht zuletzt kämpfen wir für Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre. Ich werde mit Bergpiraten zeitnah eine Bündner Sektion gründen und mich für Medienkompetenzkurse an bündner Schulen einsetzen.


Graubünden Online:
Hanfkonsum und Anbau zwecks Eigenbedarf in Graubünden: Legalisieren?

Philippe Burger:
Cannabis muss vollständig legalisiert, gesetzlich reguliert und besteuert werden um Jugendschutz und Konsumentenschutz zu ermöglichen, den Schwarzmarkt auszutrocknen und die AHV zu sanieren


Graubünden Online:
Was bringt die Schweizer Piratenpartei im Speziellen für den Nationalrat mit, ausser dass sie vertreten werden soll?

Philippe Burger:
Internetnutzer haben bisher keine Lobby in Bern.. Die digitalaffinsten Bisherigen sind Lobbyisten für die Internetnutzerausnutzer.


Graubünden Online:
Soll die Sonderjagd abgeschafft werden? Warum (nicht)?

Philippe Burger:
Die illegale Fütterung ist der Ursprung der Rotwildüberpopulation und der daraus resultierenden Schäden an der Biodiversität. Ohne diese Fütterungen gäbe es keine Notwendigkeit für die im Prättigau sehr unbeliebte Sonderjagd.


Graubünden Online:
Wo liegen die Stärken, die (wirtschaftliche) Zukunft von Graubünden, abgesehen vom Potenzial im Tourismus?

Philippe Burger:
Menschen welche, trotz Klimawandel, einen kühlen Kopf bewahren wollen ziehen nach Graubünden. Schnelles Internet kann potenztiell jedes abgelegende Dorf zu einem kleinen, aber feinen Silicon Valley entwickeln.


Graubünden Online:
Die Schweiz ist nicht in der „EU“. Grossbritannien fällt nächstens raus. Auch andere europäische Länder sind nicht in der EU; wie steht die Schweizer Piratenpartei, und wie steht Philippe Burger, zur Institution EU?

Philippe Burger:
Die Piratenpartei Schweiz verfolgt die Vision eines geeinten, friedlichen und prosperierenden Europas. Sie will dabei starke, direktdemokratische Mitbestimmung der Menschen in Europa und die politische Mitentscheidung der Regionen und Mitgliedsstaaten nach Europa tragen. Meiner persönlichen Meinung nach ist die EU sehr undemokratisch und manchmal sogar demokratiefeindlich. Die Schweiz hat mit einer Ausnahme (Dateschutz, DSGVO) höhere Standarts als die EU, wir sollten unsere hohen Standarts nicht durch Erpressung aus dem Ausland aufweichen.

 


 


Graubünden Online:
Wo liegt verkehrspolitisch der grösste Handlungsbedarf im Kanton Graubünden?

Philippe Burger:
Ich denke Graubünden hat im Vergeich zu anderen Kantonen eine gute Verjehrsinfrastruktur. Ein Beispiel wo ich Handlungsbedarf sehe ist die unbefriedigende Situation in Davos.


Graubünden Online:
sollen gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürfen?

Philippe Burger:
Ja.


Graubünden Online:
wie kann man die unpolitische Jugend fördern?

Philippe Burger:
Mit Southpark.


Graubünden Online:
Ist in der Zukunft Social Media wirklich wichtig?

Philippe Burger:
Um Facebook und seine Tochterunternehmen (Whatsapp, Linkedin, Instagram) kommt man schon heute nur mit gravierenden privaten und beruflichen Einschränkungen herum. Die Kinder bekommen in der Schweiz zum Teil Ihre Hausaufgaben auf Whatsapp, und auf fast allen offiziellen staatlichen Websites (srf.ch, admin.ch) prangen die Datenkrakenlogos. Ich setzte mich für die Aufspaltung dieser kartellrechtlich unakzeptablen Oligopolisten und die Einhaltung von BV Art. 13, DSGVO und UN-Menschenrechtscharta Art. 12 ein.


Graubünden Online:
Hast Du ein Lieblingsessen?

Philippe Burger:
Bünder Gerstensuppe


Graubünden Online:
Welche Lösung favorisierst Du, oder Deine Partei, um aus dem Schweizer Schlammassel der „teuren Krankenkassen für Private“ zu entfliehen?

Philippe Burger:
Ich setzte mich für eine Einheitskasse ein. Ich bin der Überzeugung, dass die Digitalisierung die Versicherungsbranche umwälzen wird, bei uns in der Schweiz wahrscheinlich zehn Jahre nach allen anderen industrialisierten Ländern.


Graubünden Online:
Was ist Dein persönlicher Wunsch für Graubünden in der Zukunft?

Philippe Burger:
Schnelleres Internet

Graubünden Online:
Herzlichen Dank für Deine Zeit und alles Gute für die kommenden Wahlen!


Hinweis:
Jede/r sollte das beantworten, was passt; alle Fragen waren optional. Meinen Anfragen für das „Interview“ habe ich alle via Twitter gemacht. Alle 7 Personen haben sehr schnell reagiert. Das Header-Foto in diesem Beitrag wurde von der befragten Person zur Verfügung gestellt/ausgewählt. Eine Übersicht zu den kommenden Nationalrats- und Ständeratswahlen 2019.

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Kategorie(n): News / Aktuell
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Publiziert am 14. Oktober 2019



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