Kantonspolizei Graubünden veröffentlicht Brief von Donald Trump

Im heiteren Stück der kommenden Bündner Wahlen erhält die SP Graubünden nicht nur vermutlich unbefriedigende Antworten der Regierung, sondern fängt gleich noch einen Schuss vor den Bug: da dankt der amtierende US-Präsident dem Kommandanten der Kantonspolizei und SVP-Regierungsratskandidat «Commander Walter Schlegel», just 5 Wochen vor dem Wahlsonntag.

US-Präsident Donald Trump drückt im Dankesbrief seine aufrichtige Dankbarkeit gegenüber dem Polizeichef des WEF aus und schreibt darin, er habe die Zeit in Davos genossen. Das freut natürlich nicht nur die Kantonspolizei Graubünden, sondern auch die Bündner SVP.

 


 
Neben bald 150 Reaktionen der Nutzer auf Facebook erreichen die Kantonspolizei auch kritische Meinungen. So meint nicht nur Daniel Fischer, der Beitrag sei ein Scherz, auch ein anderer User wirft in die Runde, das Bild sei „ziemlich gefaket“. Ein Facebook-Nutzer meint, „Würde sich Donald Trump doch nur grundsätzlich jedem so höflich und galant verhalten …“.

Andere sehen wiederum einen Zusammenhang mit dem Zeitpunkt vor den Wahlen. Und man findet leider auch Kommentare, die schon unter die Gürtellinie der Kantonspolizei treffen, wenn z.B. „Graubünden“ mit Afrika, Nordkorea, Timbuktu gleichgesetzt wird und der Kantonspolizei geschrieben wird, sie sei eine „Schande für die ganze Schweiz“.

„Die Polizei“ hat am WEF 2018 in Davos ihre Arbeit gemacht. Es wären vermutlich allenfalls Entscheidungsträger, die falsch entschieden haben. Dass die Bündner Kantonspolizei diesen Dankesbrief von Donald Trump an Walter Schlegel, datiert am 1. Februar, erst heute Mittwoch veröffentlichten, erregte einige Gemüter. Mindestens das Schweizer Fernsehen titelte am 09. Mai „Trump: Wahlhilfe für Schlegel?„. Das SRF findet es pikant, dass der Brief auf den 1. Februar datiert ist und fragt sich, ob wohl „das Schreiben des amerikanischen Präsidenten absichtlich drei Monate zurückbehalten“ wurde, um einen möglichst guten Effekt für SVP-Regierungskandidat Walter Schlegel auszulösen.

„Der Brief sei erst vergangene Woche vom amerikanischen Botschafter übergeben worden, und zwar in Bern. «Deshalb hat es so lange gedauert, bis er in Chur angekommen ist.»“ (SRF)

 


 
So merkt auch GRheute.ch an, dass für Polizeikommandant Walter Schlegel das WEF 2018 der „medial hoch wirksame Startschuss zur Kampagne um den Reguierungsrat“ war.

Laut fm1today.ch meinte Markus Walser, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden, das Sicherheitskonzept sei wegen Trump nicht geändert worden, lediglich „kleinere Anpassungen auf Wunsch der Amerikaner“ seien vorgenommen worden. So dürfe nun auch der eigentliche Adressant des Briefes, Polizeikommandant Walter Schlegel, entscheiden, was mit diesem Brief in Zukunft geschehen wird.

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