Hirnentzündung und Herzwürmer: Wildhut erlegt kranken Jungwolf

In der Bündner Herrschaft musste die Wildhut laut Amt für Jagd und Fischerei am 03. Juli einen kranken Jungwolf erlegen. Das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) der Universität Bern stellte anschliessend fest, dass das Tier an einer Hirnentzündung erkrankt war. Ausserdem war der Jungwolf demnach mit Herzwürmern (Dirofilarien) befallen, was in der Schweiz bisher noch nie vorgekommen ist.

 


 
Die Wildhut musste in den letzten 6 Monaten allein im Aufsichtskreis Herrschaft-Seewis etwa 20 Tiere erlegen, die an Staupe erkrankt waren. So seien Füchse, Dachse und auch ein Waschbär betroffen gewesen.

Der männliche Jungwolf sei vermutlich im Jahr 2017 geboren worden.

Untypisches Verhalten für einen Wolf

Es sei ein untypisches Verhalten bei dem Tier beobachtet worden, das auf Staupe oder eine Störung des zentralen Nervensystems hindeutete. Es war bei Tageslicht unterwegs, war apathisch, und es zeigte weder Scheu noch reagierte es auf Zurufe. Das Jungtier habe sich dauernd im Kreis gedreht und sein Gang machte am rechten Hinterlauf eine Verletzung sichtbar.

Weiter konnte ein aufgeschwollenes Gesicht und oft geschlosse Augen beobachtet werden. Dies könnte ein Indiz für eine hohe Lichtempfindlichkeit oder Erkrankung sein.

 


 
Diagnose: Hirnentzündung und Herzwürmer

Bei einer Untersuchung am toten Tier konnte das FIWI keine Staupe und auch keine Tollwut diagnostizieren, aber eine deutlich feststellbare Hirnentzündung. Weitere Abklärungen erfolgen, um die Ursachen der Hirnerkrankung abschliessend zu klären. Der Jungwolf wies zudem einen hohen Parasitenbefall in Darm und Lunge auf.

Erstmalig für die Schweiz wurden bei dem Jungwolf aber Herzwürmer (Dirofilarien) festgestellt.

Deshalb ist es wichtig, dass der Wildhut wilde Tiere mit untypischem Verhalten umgehend gemeldet werden.

Auch vorerst unklar ist, ob das Tier zum Calanda- oder zum Morobbia-Rudel gehört, eine noch laufende genetische Untersuchung könnte darüber noch Auskunft geben.

 
Foto: Symbolbild, via diapicard auf pixabay

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