Ein tiefer Sumpf aus Kartellabsprachen unter Bündner Bauunternehmen (Ticker)

(updated @ 17.06.2018 / 22:33) Im Oktober 2012 eröffnete die Wettbewerbskommission (WEKO) mit Hausdurchsuchungen eine kartellrechtliche Untersuchung, da Anhaltspunkte für Wettbewerbsabreden im Baugewerbe vorlagen. Unternehmen im Strassen-, Tief- und Hochbau im Kanton Graubünden hatten sich abgesprochen, um Bauprojekte und Kunden untereinander aufzuteilen sowie um Zuteilungen von Ausschreibungen zu koordinieren. Ein Jahr später wurde die Untersuchung auf weitere Unternehmen ausgedehnt.

Die Foffa Conrad AG, die Hohenegger SA und andere, inzwischen aufgelöste Bauunternehmen aus dem Münstertal hatten sich ab 2004 bis 2012 über Offerten abgesprochen und so Ausschreibungen von öffentlichen und privaten Hoch- und Tiefbauprojekten manipuliert. Nun wurde eine weitere kartellrechtliche Untersuchung abgeschlossen: die WEKO büsste mehrere Bündner Unternehmen mit insgesamt rund CHF 7.5 Millionen Franken.

 


 

„Bis 2008 erfolgte diese Zusammenarbeit in „Vorversammlungen“, die vom Graubündnerischen Baumeisterverband (GBV) organisiert wurden. In den folgenden Jahren setzten die beteiligten Unternehmen die Zusammenarbeit ohne Mitwirkung des GBV fort.“ (WEKO)

Dem Unternehmen, das damals als erstes die Abreden im Val Müstair bei der WEKO meldete, wurde die Busse vollständig erlassen, da dieses sehr gut mit den Wettbewerbsbehörden kooperierte. Ein zweites Unternehmen, das ebenfalls kooperierte, befand sich damals im Konkurs.

Die WEKO-Untersuchung im Münstertal war eine von insgesamt zehn Untersuchungen im Kanton Graubünden.

„Alle Verfahren haben den Ursprung in jener Untersuchung, die am 30. Oktober 2012 im Unterengadin mit Hausdurchsuchungen eröffnet wurde.“ (WEKO)

Diese Untersuchung wurde schrittweise ausgedehnt: im April 2013 auf den gesamten Kanton Graubünden und weitere Unternehmen, im November 2015 nochmals auf noch mehr Unternehmen. Die betroffenen Bündner Unternehmen erhielten Gelegenheit, sich schriftlich zu den Vorwürfen zu äussern.

„Mit der letzten Ausdehnung wurde die grosse Untersuchung aus prozessökonomischen Gründen in zehn Untersuchungen aufgeteilt.
Von diesen Verfahren sind rund 40 Unternehmen betroffen.“ (WEKO)

Engadiner Hoch- und Tiefbauunternehmen sanktioniert

Am 21. Dezember 2017 gab die WEKO weitere, einzelne Submissionsabreden im Engadin und entsprechende Sanktionen bekannt. Zwischen 2008 und 2012 manipulierten die Unternehmen Beschaffungen im Hoch- und Tiefbau, haben Preise abgesprochen und gemeinsam bestimmt, wer den Zuschlag erhalten soll. Diejenigen Unternehmen, die den Zuschlag nicht erhalten sollten, haben jeweils entweder mindestens 7% höher oder aber deutlich höher offeriert oder verzichteten auf ein entsprechendes Angebot. Die WEKO schloss damit weitere sechs Untersuchungen über Absprachen im Engadin ab, die sich mit acht Hoch- und Tiefbauprojekten mit einem Auftragswert zwischen 80’000 und 6 Millionen Franken befassten.

Gebüsst wurden dabei die Unternehmen Bezzola Denoth AG, Foffa Conrad AG, Implenia Schweiz AG, METTLER PRADER AG, ZINDEL GRUPPE AG, Crestageo AG, D. Martinelli AG, Lazzarini AG, Broggi Lenatti AG, P. Lenatti AG (Hochbau und Tiefbau), René Hohenegger Sarl und Nicol. Hartmann & Cie. AG. Die WEKO büsste die Unternehmen proportional zu den Auftragswerten der Bauprojekte und der jeweiligen Schwere des Verstosses gegen das Kartellgesetz zwischen wenigen Tausend und 400’000 Franken pro Absprache; insgesamt 1 Million CHF Gesamtsanktionen über alle sechs Untersuchungen.

„Einem Teil der Unternehmen wurde die Sanktion in einzelnen Untersuchungen vollständig oder teilweise erlassen, da sie mit der WEKO kooperierten.“ (WEKO)

 


Weitere Bussen gegen Bündner Bauunternehmen

Am vergangenen Donnerstag wurde ein weiterer Entscheid der Wettbewerbskommission WEKO betreffend Kartellabsprachen im Unterengadin veröffentlicht. Dabei stellt die WEKO fest, dass Engadiner Bauunternehmen „in verschiedenen Kartellen mehrere hundert Ausschreibungen im Hoch- und Tiefbau“ abgesprochen haben. Wiederum wurden diese Kartellabsprachen zum Teil an den vom Baumeisterverband organisierten Vorversammlungen getroffen.

Die manipulierten Ausschreibungen betrafen solche des Kantons Graubünden, mehrerer Unterengadiner Gemeinden sowie auch jene von privaten Auftraggebern. Dabei ging es um Auftragswerte von wenigen zehntausend bis zu mehreren Millionen Franken.

Folgende Unternehmen wurden durch die WEKO in einer Gesamthöhe von über CHF 7.5 Mio. gebüsst: Foffa Conrad AG, Bezzola Denoth AG, Zeblas Bau AG, Lazzarini AG, Koch AG Ramosch, Alfred Laurent AG, René Hohenegger Sarl. Das Unternehmen Impraisa da fabrica Margadant erhält keine Sanktion, da der Gesetzesverstoss verjährt ist.

„Der Graubündnerische Baumeisterverband zahlt zwar keine Busse, ihm wurden aber Verfahrenskosten auferlegt, da er zum Teil an der Organisation dieser Kartelle beteiligt war.“ (WEKO)

Im Sommer 2018 sollen letzte Entscheide der WEKO in Sachen Bündner Kartellabsprachen folgen.

Soweit die Fakten. Und jetzt?

Unternehmen haben gegen das Kartellgesetz verstossen und wurden gebüsst. An der Höhe der Bussen lässt sich ein Umfang des Sumpfes erahnen. Es folgen ja aber noch weitere, abschliessende Untersuchungsergebnisse und zu erwartende Sanktionen, voraussichtlich im folgenden Sommer.

Mit den Feststellungen der Verstösse durch die WEKO und der allenfalls erfolgenden Bezahlung der Bussen durch die verurteilten Unternehmen ist die „Sache“ noch lange nicht vom Tisch.

Die „Geschichte“ fügt Graubünden grossen Schaden zu. Die Schuldigen sind nicht einfach nur Bauunternehmen und deren involvierter Verband.

 

REPUBLIK – Das Kartell
24.04.2018 – die ausführliche Geschichte über Adam Quadroni, das Kartell und die Machenschaften im Engadin. Involviert sind Bündner Bauunternehmer, der Graubündner Baumeisterverband GBV, Bezirksrichter am Bezirksgericht Inn, Politiker. zum Artikel

 
Ein Bericht des Magazins republik.ch zeigt auf, was alles hinter den Kulissen der Kartelle läuft. Der Beitrag ist in vier Artikel geteilt. Er zeigt, dass über die Opfer dieser Machenschaften zuwenig berichtet wird. Die Geschichte, erzählt von Gion-Mattias Durband, Anja Conzett, Ariel Hauptmeier und Yves Bachmann beschreibt den Weg von Adam Quadroni, einem Bauunternehmer, der aus dem Kartell ausstieg. Und sich heute in seinem Heimatort Ramosch nicht mehr wohl fühlt.

Die Geschichte beginnt am 15. Juni 2017, gegen 12:00 Uhr. Mit Spaghetti und Tomatensauce. Die Schwester Quadronis teilt ihm in einem Anruf mit, dass ein Polizist in einem Subaru vor seinem Haus stehe und dieses mit einem Feldstecher beobachte. Es seien weitere Autos dazugekommen und alle parkierten vor dem Haus.

„In dem Augenblick stürmt hinter dem Bus eine Gruppe vermummter Männer hervor. Die Schwester am Telefon hört, wie ihr Bruder in Todesangst aufschreit. Dann ist die Leitung tot.“ (Republik)

Der Ramoscher Baumeister Quadroni war demnach schon länger ein Teil des Kartells. Er begann gemäss republik.ch bereits 2009, die Ämter auf die Preisabsprachen aufmerksam zu machen.

„Das Kartell umfasst so gut wie sämtliche Baufirmen des Kantons, funktioniert seit vielen Jahren – und kostet seine Kunden zusammengenommen Hunderte Millionen Franken. Den Schaden haben Kanton und Gemeinden, die Rhätische Bahn und alle, die sich ein Haus oder eine Ferienwohnung bauen. … Alle grossen Firmen in Graubünden haben mitgemacht.“ Republik

Die Behörden wollten demnach nichts wissen von Kartellabsprachen und wiesen Quadroni ab, der dann davon ausging, dass die Behörden die illegalen Kartellabsprachen decken würden. Anschliessend wurde Quadroni durch Konkurrenten und Ämter schikaniert. Quadroni wurde im Frühling anno 1995 von seinem Vater erstmals auf eine solche „Vorversammlung“ mitgenommen, sein Vater hatte auch von seinem eigenen Vater eine kleine Baufirma übernommen. Eingeladen habe „wie immer Roland Conrad, der mächtige Strippenzieher aus Zernez“. Dieser wiederum präsidierte damals auch die lokale Sektion des Bündner Baumeisterverbandes.

Unter den Firmen seien nicht nur Objekte verteilt worden, die bereits ausgeschrieben waren, sondern auch andere, die sich in der Planungsphase befanden. Linard Quadroni brach laut republik.ch mit dem Kartell, als Roland Conrad, der „Strippenzieher des Kartells“, ihn hinterging. Erst habe Quadroni zwei Jahre lang nicht mehr an der Sitzung teilgenommen, zwischen 1998 und 2004 habe er aber nochmal an rund zehn Vorversammlungen teilgenommen.

Als Roland Conrad alle Bauunternehmen im Unterengadin zu einem zusammenführen wollte, war es anscheinend ein Schlüsselmoment für Adam Quadroni, aus dem illegalen Kartell auszusteigen. Robert Hüberli, Geschäftsführer von Bezzola & Cie, versuchte demnach noch, Adam Quadroni umzustimmen.

„Robert Hüberli sagt dazu auf Anfrage, er wisse nichts von einer solchen Sitzung. Auch sei er Adam Quadroni nie nachgelaufen … Roland Conrad bestreitet, dass es eine solche Sitzung je gegeben habe. Rückfrage: Hat Adam Quadroni diese Sitzung früher verlassen? Antwort: «Das weiss ich nicht mehr.»“ (Republik)

Dieser Roland Conrad versuchte gemeinsam mit Andreas Felix, damaliger Geschäftsführer-Stellvertreter des Graubündner Baumeisterverbandes, Adam Quadroni zum Eintritt in den Baumeisterverband zu bewegen, aber er weist ihnen die Tür. Quadroni habe 2006 zum letzten Mal an einer Vorversammlung teilgenommen, ab diesem Zeitpunkt sei er von anderen Baumeistern diskriminiert worden.

 


 
Danach folgen Jahre, in denen die mafiösen Strukturen Quadroni zusetzen. Unglaubliches und Skandalöses spielt sich ab in der Idylle der Engadiner Täler und Dörfer.

Im Jahr 2009 wurde Adam Quadroni aktiv: er meldete und dokumentierte die Machenschaften umfassend dem kantonalen Tiefbauamt in Chur. Zuerst hätten die Beamten überrascht, ja sogar empört reagiert, danach winkte das Tiefbauamt ab mit der Begründung, Quadronis eingereichte Unterlagen seien zu alt, um der Sache nachzugehen. Quadroni wendet sich darauf an den damaligen Gemeindepräsident von Scuol, Jon Domenic Parolini. Auch Parolini habe nicht durchgegriffen.

2012, kurz vor der Pleite Quadronis, ein Wendepunkt. Ein Luzerner Unternehmensberater, der über Quadroni von den Engadiner Preisabsprachen und deren Machenschaften erfuhr, leitete die Informationen an die Wettbewerbskommission in Bern.

In jenem Herbst begannen die Ermittlungen der WEKO, bereits im Frühling 2013 wurden diese auf den ganzen Kanton ausgeweitet. Im Zentrum stand der Bündner Baumeisterverband, von da aus sei „geschachert“ worden. Ab 2008 seien die illegalen Aktivitäten alleine unter den Unternehmen betrieben worden, ohne GBV.

Danach erlebte Quadroni „das endgültige soziale Aus“. Nun waren die Diffamierungen öffentlich. Es folgten über Jahre telefonische Morddrohungen.

Die Polizeibeamten trugen im Juni 2017 bei der Verhaftung Quadronis kugelsichere Westen, Helme und Sturmhauben. Wie republik.ch beschreibt, wurde Adam Quadroni dabei schikaniert. Dr. Martin Büsing, der ehemalige Hausarzt von Adam Quadroni und Bezirksarzt im Ruhestand, verfügte über Quadroni eine fürsorgerische Unterbringung in der Klinik Waldhaus Chur.

Beim Ausstellen der Verfügung vergass Dr. Büsing, einen „Vollzugsauftrag“ an die Kantonspolizei anzuordnen. Deshalb ist laut republik.ch alles, was ab diesem Zeitpunkt mit Quadroni passierte, formal widerrechtlich.

„Untersucht werden rund vierzig Unternehmen, darunter die Alfred Laurent AG, die Bezzola Denoth AG, die Fabio Bau GmbH, die Foffa Conrad AG, die Implenia Bau AG, die Impraisa da fabrica Margadant, die Impraisa Mario GmbH, die Hew AG Bauunternehmung Chur, die Koch AG Ramosch, die Lazzarini AG, die Palatini AG Untervaz, die René Hohenegger Sarl, die Zeblas Bau AG, die Marcus Wetzel, die Rusena-Betun SA, die Sosa gera SA, die Uina SA, die Käppeli’s Söhne AG, die Catram AG, die Cellere AG Graubünden, die Kibag Bauleistungen AG, die Schlub AG Nordbünden, die Toldo Strassen- und Tiefbau AG, die Walo Bertschinger AG, die Zindel-Gruppe.“ (Republik)

In Graubünden überschlagen sich die Ereignisse

Die neuen Erkenntnisse rund um die „Geschichte“ des Bündner Baukartells überschlagen sich. Jeden Tag neue Meldungen. Es wird ersichtlich und öffentlich, dass die Arme des Baukartells und dessen Helfer bis in die Bündner Politik, die Justiz und die Behörden reichen.

Die Bündner Regierung ist konsterniert über das Ausmass, wie sie vorgestern Donnerstag mitteilte.

Gestern titelte der BLICK: „Für Engler wirds eng„. Gemeint ist CVP-Ständerat Stefan Engler. Der frühere Baudirektor verhedderte sich gemäss BLICK in Widersprüche und Ausflüchte: sein damaliges Baudepartement war ja untätig geblieben, obwohl es über die illegalen Preisabsprachen informiert worden war. Heute ist Engler Verwaltungsratspräsident der Rhätischen Bahn (RhB). Gleichzeitig ist Stefan Engler auch Präsident der Lazzarini AG; eine jener 7 Baufirmen, die nun von der WEKO wegen Kartellabsprachen gebüsst wurden.

Ebenfalls gestern zog Andreas Felix (BDP) seine Kandidatur für die kommenden Wahlen als Bündner Regierungsrat zurück. Dies gab er an einer Medienkonferenz in Seewis bekannt. Andreas Felix ist Geschäftsführer des Graubündner Baumeisterverbands und stand für die kommenden Wahlen in einer Zweier-Kandidatur mit Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini (BDP) zur Wahl.

„Die BDP gibt damit ihren zweiten Sitz in der fünfköpfigen Regierung vorzeitig und kampflos preis, wie Vizepräsident Beno Niggli bestätigte.“ (NZZ/SDA)

Regierungspräsident Mario Cavigelli schrieb zu BLICK, Graubünden werde alle submissions-, zivil- und strafrechtlichen Schritte prüfen und gegen fehlbare Firmen rechtlich vorgehen.

SVP-Fraktionschef Jan Koch und der frühere SP-Graubünden-Chef Jon Pult sehen bereits jetzt eine derart umfangreiche und komplexe Verstrickung der Machenschaften, dass eine Parlamentarische Untersuchungskommision (PUK) nötig sei.

Es kann davon ausgegangen werden, dass sich solche Kartellabsprachen nicht auf Graubünden eingrenzen lassen. Wichtig ist, dass „Whistleblower“ wie Adam Quadroni nicht nur an kantonale, sondern an nationale Behördenstellen herantreten können. Er war nicht nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Täter, sondern spätestens ab seinem Austritt aus dem Kartell auch Opfer. Opfer der skrupellosen, übermächtigen, ja mafiösen Vorgehensweisen des Kartells.


Wenn Quadroni nicht Durchhaltewillen gezeigt hätte, würden die Kriminellen noch heute weitermachen wie „gestern“.

Doch nun wird (nicht nur) das Engadin umgekrempelt. Man kann wohl mit weiteren Schlagzeilen zur Causa „Bündner Kartell“ in der nächsten Zeit rechnen; es beschränkt sich anscheinend schon nicht mehr auf den „Engadiner Baukartell“-Skandal.

 


News-Ticker zum Bündner Kartell

  • Quadronis Anwalt erstattet Anzeige gegen Richter
    (17.06.2018) Im Jahr 2017 führte die Bündner Kantonspolizei zweimal, im Juni und im November, Einsätze gegen Adam Quadroni durch. Diese Polizeiaktionen gegen Quadroni standen im Zusammenhang mit Eheangelegenheiten. Quadronis Anwalt hat nun laut NZZ gegen den Präsidenten des Regionalgerichts Unterengadin in Sent wegen Amtsmissbrauchs Anzeige erstattet. Dieser sei verantwortlich für den Polizeieinsatz im November, mit dem die Polizei Quadroni im Haus deponierte Gegenstände seiner Frau und seiner Kinder abnahm. Der Richter habe entgegen einer anders lautenden Verfügung des Bündner Kantonsgerichts den Polizeieinsatz durchgesetzt. Dies sei eine Einmischung in ein Verfahren, zu dem der Richter keine Zuständigkeit gehabt hätte. Die zuständige Obwaldner Staatsanwältin Esther Omlin wurde durch Quadronis Anwalt ersucht, die bereits laufenden Ermittlungen auf den Richter in Sent auszudehnen. Für diesen gilt die Unschuldsvermutung: NZZ am Sonntag
  • Whistleblower Quadroni von Autohändler wegen Betrugs angezeigt
    (16.05.2018) Das Klatschblatt BLICK fragt ernsthaft „Hat Whistleblower Adam Quadroni auch Dreck am Stecken?“. BLICK nennt Youssef Itani (47), der „Kartell-Schreck“ Adam Quadroni wegen Betruges im August 2016 anzeigte, das Verfahren sei noch hängig. Der Zürcher Autohändler tat dies, weil Quadroni ihm seinen Mercedes, schwarzer Benz R500 4Matic mit 300 PS, verkaufte, aber das Auto nicht lieferte: Graubünden Online
  • Bündner Bau-Kartell: sind Kartell-Absprachen im Gewerbe normal?
    (14.05.2018) Die NZZ berichtet über das Unterengadin, dass „viele“ Einheimische über Adam Quadroni und die WEKO verärgert seien. Bei einer Bauausschreibung betreffend Informationszentrum des Schweizerischen Nationalparks sind mutmasslich auch illegale Preisabsprachen gemacht worden, obwohl sich der Auftraggeber, der Bund, explizit vorgängig zusichern liess, dass dies nicht passieren dürfe: Graubünden Online
  • Bau-Kartell: Strafanzeigen gegen Jon Domenic Parolini und Kantonspolizeiverantwortliche
    (12.05.2018) Im Fall der illegalen Absprachen im Bündner Baugewerbe hat das ehemalige Kartellmitglied Adam Quadroni Strafanzeige gegen Verantwortliche der Bündner Kantonspolizei sowie gegen BDP-Regierungsrat Jon Domenic Parolini eingereicht. Wie das SRF berichtet, soll eine ausserkantonale Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauch, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung im Zusammenhang mit zwei Polizeiinterventionen ermitteln: Graubünden Online
  • Bündner FDP.Die Liberalen bedauert den Bauskandal
    (07.05.2018) Auch die Bündner FDP.Die Liberalen spricht von „grösstem Bedauern“ zum landesweit bekannt gewordenen Bauskandal. Die Dimensionen seien heute noch nicht abschätzbar, klar sei aber, dass der Schaden weit höher ausfallen werde, als aktuell bekannt ist. Es seien nicht nur Unternehmen, Kanton, Gemeinden und Privatpersonen geprellt worden, sondern es leide auch der Ruf des Wirtschaftsstandorts Graubünden und des grössten Tourismuskantons der Schweiz. Die Bündner FDP.Die Liberalen fordern ebenso eine lückenlose und unabhängige Untersuchung, sowie absolute Transparenz:

    „Das Ganze als Fake-News abzutun, wie es der Graubündner Baumeisterverband (BGV) an seiner eiligst einberufenen Medienkonferenz getan hat, ist geradezu zynisch und völlig deplatziert, wenn man das Ausmass dieses Bau-Skandals näher betrachtet. Der enorme Imageschaden für den Tourismuskanton Graubünden gar nicht zu reden.“ (FDP.Die Liberalen Graubünden)

  • Bündner Baukartell: Geschäftsprüfungskommission beantragt PUK
    (03.05.2018) An der heute stattgefundenen Sitzung der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates (GPK) wurden die Enthüllungen und Vorgänge betreffend der Submissionsabsprachen im Bündner Baugewerbe diskutiert. Auch das Thema, wie die Behörden mit dem Whistleblower Quadroni umgegangen seien, kam auf den Tisch. Nun beantragt die GPK dem Grossen Rat eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK): Graubünden Online
  • Das Kartell – Die Rolle der Kantonspolizei Graubünden
    (03.05.2018) Fast ein Jahr nach dem Polizeieinsatz gegen den in den Medien „Whistleblower“ genannten Quadroni im Juni 2017 hat die Bündner Regierung reagiert – viel zu spät, weiss Juristin Evelyne Sturm: Graubünden Online
  • Weiter Turbulenz in den Medien und in Social Media
    (01.05.2018) Das Klatschblatt BLICK titelte heute „Walter Schlegel (SVP) ist bislang der politische Gewinner des Bauskandals“. Der BLICK, bekannt für provokative Titelauswahl, liegt aber nicht komplett falsch. Aber durchaus ein bisschen. „Gewinner“ gibt es keine beim Kartellskandal, bestenfalls die Beschuldigten, die mit einer für diese mutmasslich kleinen Geldbusse die Sache vom Tisch haben. Dass BLICK aber auch Empörung provoziert, liegt vermutlich in seiner Natur. Wenn am Ende nach den Wahlen die Bündner SVP weiterhin nicht in der Bündner Regierung mitmachen, was dann, BLICK? Genausogut sind alle anderen Parteien „Gewinner“ der leidigen Geschichte, solange keines ihrer Mitglieder in den Skandal involviert ist.

    Der BLICK hat manchmal auch ein wenig recht – „Im Bündnerland geht es drunter und drüber“:

    „Polizeibrutalität, Demütigung, Druckversuche – alles geschah unter der Verantwortlichkeit des Polizeikommandanten Schlegel, der nun in die Bündner Regierung will. Selbst der Bündner Justizdirektor Christian Rathgeb (48, FDP) spricht von «erheblichen Vorwürfen».“

    Weiterlesen: BLICK

  • Submissionsabreden: Bündner Regierung ordnet Untersuchung an
    (01.05.2018) Die Bündner Regierung hat heute an ihrer Sitzung beschlossen, betreffend Bündner Kartell eine externe Untersuchung anzuordnen. Gleichzeitig untersucht der ehemalige Leitende Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich Dr. Andreas Brunner die Sachverhalte: Graubünden Online
  • BDP: Diffuse politische Lage in Graubünden
    Einmal tief Luft holen
    (30.04.2018) Das Magazin Republik freut sich über den Linkbait und die Story von Quadroni wird in sämtlichen Medien thematisiert. Wie diffus allerdings die aktuelle politische Lage in Graubünden ist, zeigt die Tatsache, dass am selben Tag die Südostschweiz titelt „BDP will zweiten Sitz nicht kampflos abtreten“ (30.04.2018) und die gleichzeitige Medienmitteilung der Bündner BDP veröffentlicht wird: „Einerkandidatur mit Jon Domenic Parolini“ (30.04.2018): Südostschweiz
  • Zieht der Skandal weitere Kreise?
    (28.04.2018) Nach dem Rücktritt von Andreas Felix als BDP-Parteipräsident und gleichzeitiger Aufgabe der Teilnahme an den kommenden Wahlen kann man sich fragen, ob es weitere Personen in den Strudel zieht. Jon Domenic Parolini, der nun als BDP-Einzelkanditat ins Rennen um die Wahlen geht, war in der betreffenden Zeit Gemeindepräsident von Scuol. Er bestreitet, von den Geschehnissen gewusst zu haben, man sei damals noch nicht so auf die Thematik sensibilisiert gewesen. Adam Quadroni habe ihm diese Liste vorgelegt, aber Quadroni liess die Liste nicht kopieren, und die Gemeinde sei nicht betroffen gewesen. Er habe deshalb nicht weiter handeln können.

    Eine weitere Verstrickung in Bezug auf die Verhaftung Quadronis könnte laut Südostschweiz Walter Schlegel darstellen.

    Walter Schlegel (Südostschweiz)

    Walter Schlegel (Südostschweiz)

    Der SVP-Kandidat für die kommenden Wahlen und Kommandant der Kantonspolizei Graubünden verantworte eine laut Quadroni unverhältnismässige Verhaftung. Die Südostschweiz berichtete, Walter Schlegel habe selbst betont, dass die Festnahme von Quadroni nicht mit Preisabsprachen begründet war, sondern auf Hinweise zurückging, dass sich Quadroni „selbst und anderen etwas habe antun wollen“.

    „Und auch der Präsident der Bündner SP, Philipp Wilhem, bezeichnet die Rolle der Kantonspolizei in dieser Geschichte als «fragwürdig».“ (Südostschweiz)

    Philipp Wilhelm meint, man müsse nun diesen Ereignissen nachgehen. Die Südostschweiz spekuliert noch weiter: falls ein Fehlverhalten der Kantonspolizei festgestellt werden würde, wäre „plötzlich auch der Bündner Justizdirektor Christian Rathgeb im Fokus“.

    Ein Artikel mit Videobeiträgen: Südostschweiz

  • Andreas Felix (BDP) verzichtet auf eine Kandidatur für den Regierungsrat und tritt als Parteipräsident zurück
    (28.04.2018 – 17:12) In einer Medienmitteilung bedauert die BDP Graubünden den Verzicht von Andreas Felix auf die Kandidatur für den Regierungsrat. Felix ist seit 2014 BDP-Parteipräsident, seine Partei verstehe die Beweggründe und dankt und lobt Andreas Felix für seine Leistungen für Partei und Kanton: BDP Graubünden

 


Das Kartell auf Twitter

Viele Menschen sind empört. In den sozialen Medien findet man haufenweise Beispiele. In den 9 Jahren auf Twitter als @graubuendner habe ich nie eine derartige öffentliche Reaktion zu einem Bündner Thema miterlebt:

Foto in Header: Symbolbild, Graubünden Online, Collage (Dank an KlausHausmann @ pixabay und Mario Hotz @ #GRischashot)

No votes yet.
Please wait...




Kommentar schreiben




Kommentar





Kommentare

guten morgen liebe bündner,

erlauben sie mir den link auf folgenden im tagesanzeiger publizierten artikel: https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/nach-buendner-bauskandal-verleger-lebrument-kritisiert-weko-scharf/story/16949745

ich habe bis gestern nichts gewusst von herrn lebrument. lustig ist aber, dass sämtliche (kritische) kommentare der leser umgehend gelöscht wurden von der ta-redaktion. mich würde intressieren – wer ist herr lebrument und welchen einfluss hat er?

ps: ich persönlich kann der weko hier nur ein kränzchen winden.

Rating: 5.0/5. From 2 votes.
Please wait...







nächste Seite:
Am vergangenen Freitag fand zum fünften Mal das beliebte Calanda Spring Festival in Chur statt. Vom…