Davos / WEF 2018: Kundgebung gegen Trumpismus in Davos geplant

Die JUSO, die SP Graubünden, Campax und die Jungen Grünen haben gemeinsam ein Demogesuch eingereicht, um gegen den bevorstehenden Besuch von US-Präsident Donald J. Trump anlässlich des Davoser Weltwirtschaftsforums 2018 zu demonstrieren.

Das Davoser WEF 2018 beginnt am kommenden Montag, dem 22. Januar. Der Besuch Trumps wird vom Davoser Gemeindeammann Tarzisius Caviezel sowie auch vom Bundesrat begrüsst, demgegenüber möchte das „Komitee gegen Trumpismus“ ein starkes Zeichen setzen. Ähnliche Demogesuche für Zürich wurden bisher abgelehnt, ob Davos die geplante Demonstration bewilligt, ist noch nicht entschieden.

 


Lukas Horrer von der Bündner SP ist aber zuversichtlich und bereit, Flexibilität zu zeigen, falls von der Gemeinde Auflagen gemacht würden: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Bewilligung bekommen und sind bereit zu uneingeschränkter Kooperation“ (BLICK). Geplant sind Reden von Tamara Funiciello (JUSO) und Philipp Wilhelm (Bündner SP-Präsident), die Demo soll friedlich und gewaltfrei sein und all jenen eine Stimme geben, die eine offene, solidarische und umweltfreundliche Welt wünschen.

Die SP Graubünden macht klar: der umstrittene US-Präsident dürfe am WEF teilnehmen, aber willkommen sei Trump nicht. Die Sozialdemokraten fordern von der offiziellen Schweizer Politik und auch von Bündner Exponenten klare Worte gegen „Trumpismus“, der für Klimaleugnung, Sexismus und Abschottung stehe.

Der Tagesanzeiger berichtet, Tamara Funiciello, Präsidenten der JUSO Schweiz, habe bereits zu Beginn „gewaltigen Widerstand“ angekündigt.

Neben dem „Komitee gegen Trumpismus“ wollen auch weitere Gruppen und Organisationen Demos gegen Trump durchführen, bis jetzt sind aber keine Veranstaltungen bewilligt worden. Erst kürzlich wurde in Bern eine unbewilligte Kundgebung durchgeführt, die laut Polizei aber friedlich war, weshalb man diese gewähren liess.

Falls die Gemeinde Davos die geplante Kundgebung des Komitees gegen Trumpismus bewilligt, könnte Davos eine der grössten Kundgebungen seit längerer Zeit erleben. Es wird befürchtet, die Demo könnte Krawalltouristen anlocken, wie es auch am vergangenen Hamburger G-20-Gipfel passierte. Anlässlich des WEF 2000 gab es zwischen Landquart und Davos mehrere Krawalle, wobei auch Polizisten verletzt wurden. Kundgebungen verlagerten sich damals in die grösseren Städte ausserhalb Graubündens. Im vergangenen Jahr nahmen laut Tagesanzeiger gerade mal noch 20 Personen an einer Anti-WEF-Demonstration teil.



Die heftigen Reaktionen und Aktionen zeigen, dass der Protest sich hauptsächlich gegen Trumps Person und Politik, weniger gegen das WEF Davos richtet. Am WEF Davos geht es aber nicht um Graubünden, sondern um die Welt und die Wirtschaft. Trump wird es nicht beunruhigen, wird er sich wohl an eine permanente Unruhe um seine Person in der Öffentlichkeit gewohnt sein. Vielleicht gehört das alles auch zu seiner Strategie.

 
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Meiner persönlichen Meinung nach geben die Medien Trump eine viel zu grosse Plattform und machen es erst möglich, dass die kontroversen Ansichten und Aussagen von Trump auch in jeder Stube hörbar sind. Während Medien titeln „Trump politisiert an Graubünden vorbei“, stelle ich fest, dass das WEF und Trump gar nichts mit Graubünden zu tun haben; ausser dass die Veranstaltung hier stattfindet.

Gerade die Schweiz und auch Graubünden stehen für Vielfältigkeit, Demokratie, Toleranz und Solidarismus. Man sollte nicht unliebsamen Personen Rechte absprechen, oder die Diskussion mit ihnen verweigern. Auch wenn sich in mir alle Gedärme winden und zucken, wenn ich wieder „was“ von Trump lese; er verdient wie alle Menschen Respekt. Auch wenn er es selber anders hält, und anderen oder Minderheiten extrem respektlos begegnet. Wer selber etwas macht, was er bei anderen nicht gut findet, ist selber nicht besser.

Protest soll erlaubt sein! Das Unterdrücken eines solchen wäre meiner Meinung nach ein Fehler des Staates. Es bleibt zu hoffen, dass alle nach dem WEF dieses in guter Erinnerung behalten. Und dass der Besuch des US-Präsidenten in Graubünden möglichst keine bleibenden Spuren hinterlassen wird, dass nicht die durch Trump selbst produzierte Wut unter den Menschen durch Gewalt oder Verwüstungen Ausdruck findet.

 

 

 
Foto in Header: Trump, via TheDigitalArtist auf Pixabay

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