Coronavirus in Graubünden: die Entwicklungen des Tages am 29.02.2020

Alles geht ganz schnell. Innert zwei, drei Tagen wurden in Graubünden durch die Behörden im Zusammenhang mit der neu auftretenden Krankheit COVID-19 drastische Massnahmen ergriffen. Massnahmen, die (nicht nur) in Graubünden ihre wirtschaftlichen Folgen haben werden.

 

Weltweit sind nach offiziellen Angaben 86’000 Menschen positiv getestet. Davon gelten 39’761 als geheilt entlassen, 2’941 Menschen sind am Coronavirus bereits verstorben.

Abgesagte Veranstaltungen im ganzen Kanton

Der Bundesrat hatte gestern ein landesweites Verbot von Veranstaltungen mit über 1000 Personen verfügt. In Graubünden, wo bereits infizierte Personen bestätigt wurden, werden die Verfügungen der Behörden nochmals präzisiert: In Chur sind Veranstaltungen ab 50 Personen bis zum 15. März verboten.

Dies führt dazu, dass zumindest alle populären Events in Graubünden abgesagt werden müssen. Das Theater Chur hat bis zum 15. März alle Anlässe abgesagt und stellt den Betrieb vorübergehend ein, das Kino Chur muss die Zuschauerzahl auf 50 beschränken, ja sogar das Frauenjodelchörli Stailalva muss die Stubete am 15. März in Cazis absagen.

Sportveranstaltungen werden teilweise noch ohne Zuschauer durchgeführt. Die meisten Veranstalter kommunizieren bereits heute auf der eigenen Website oder auf Social Media, über die aktuelle Lage zu den Veranstaltungen.



>>> Thema <<<
Corona-Virus (COVID-19) in Graubünden

 


 
Ein Auszug des heutigen Tages auf Twitter und Facebook:

 

 

Neue Infektionen in Graubünden

Zur Zeit ist in Graubünden bei 6 getesteten Personen der Virus nachgewiesen worden, gegenüber gestern eine Steigerung um 200%. Bei allen 6 Personen handelt es sich allerdings um eine Familie oder deren direkten Kontakten.

Es muss mit weiteren positiven Tests gerechnet werden. Die sich in Graubünden befindlichen Erkrankten sind gemäss Behörden isoliert und in entsprechend gutem Zustand.

Damit der Alltag weiterhin möglichst „normal“ weiterlaufen kann, sind zu Betrieben, öffentlichen Verkehrsmitteln, Bahnhöfen, Gottesdiensten oder Shopping-Zentren noch keine behördlichen Verfügungen erlassen worden.

Unbegründete Hamsterkäufe auch in Graubünden

In sozialen Medien wie Twitter, Facebook etc. zeigen Accounts aus dem deutschsprachigen Raum vermehrt Fotos von leergekauften Regalen in Einkaufshäusern, ja Diebstählen von Desinfektionsmittel oder Masken in Spitälern.

Auch in Graubünden ist dieses Phänomen angekommen, zumindest in Chur. Selber war ich heute Samstagnachmittag im Denner und muss sagen, gut hatte es noch Bier ;o)

 

 
Wie SRF berichtet, haben die Grosslieferanten noch grosse Vorräte, sogar der Staat verfügt noch zusätzlich über grosse Notvorräte an Lebensmitteln, diese wurden aber noch von keiner Stelle beansprucht. Die Grosslieferanten kämpfen eher im Bereich der Logistik mit den eigenen Grenzen.


 
Neue Infektionen gibt es mittlerweile in der ganzen Schweiz. Beispielsweise wurde heute ein Fall eines Mitarbeiters von Google in Zürich bekannt.

Den Behörden geht es in der jetzigen Phase darum, dass die Infektionswege (noch) verfolgt werden können. Diesbezüglich sind die massiven Einschränkungen in Graubünden nachvollziehbar.

Coronavirus: Internationale Lage

In den USA ist heute ein Fall bekanntgeworden, bei dem der Infektionsweg nicht mehr nachvollzogen werden kann. Das bedeutet, dass die Person von einer noch unbekanten infizierten Person angesteckt worden sein muss. Mutmasslich in den USA.

In unserem Nachbarland Italien hat sich die Lage ebenfalls innert kurzer Zeit dramatisch entwickelt. Momentan sind dort offiziell 1’128 Peronen infiziert, 29 Perosonen sind bis heute verstorben und 46 Betroffene gelten als geheilt und entlassen.

Die Wege führen nun nicht mehr nur über die Lombardei und somit dem Tessin in die Schweiz, auch über das Südtirol schwappt das Virus nun über Graubünden. Auch Österreich ist ab sofort betroffen, in Salzburg wurde heute ein Fall einer 36-Jährigen bekanntgegeben: die Frau wurde bei einem Aufenthalt in Turin angesteckt, der Fall sei aber gut „abgrenzbar„. Es „fehlt“ aus Schweizer Sicht bloss noch ein Fall aus dem Fürstentum Liechtenstein. Dann sind alle Länder und Regionen um Graubünden auch betroffen.

Gefürchtet wird ein Übegreifen der Krankheit auf den afrikanischen Kontinent.

Einfache Wege, selbst mitzuwirken

Bündner*innen sind cool, auch jetzt, wir sitzen alle in einem Boot. Selbst sage ich mir auch: jo easy, i muas aifach am Mäntig wider z’Nötigschta go kaufa. Selber habe ich mir anstatt ausverkauftem teurem „Desinfektionsmittel“ Brennsprit gekauft und diesen mit 20% abgekochtem Wasser im Badezimmer parat gelegt. Zum täglichen Gebrauch.

Sozialer Faktor

Wenn ich also morgen zur richtigen Zeit in den vollen Churer Stadtbus steigen will, ist die Zahl (50) bereits überschritten, sowieso der behördlich vorgeschlagene Mindestabstand von 200 CM unterschritten. Auch in der Kabine auf das Känzeli rauf hätte ich Gedanken im Kopf. Bei deutlich weniger als 50 Personen.

Die Tourismus-Unternehmen werden 2020 spüren, in negativer wirtschaftlicher Hinsicht. Die Bündner Tourismus-Wirtschaft wird aber auch, wie andere Destinationen und Ferienregionen weltweit, die aktuelle Lage dazu nützen können, sich öhm zu flexibilisieren. Dazu muss den örtlichen Reiseunternehmen aber zuerst klarwerden, dass auch die örtliche Kundschaft gerne einheimisch konsumiert.

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