Coronavirus in Graubünden: aktuell 64 Personen erkrankt

An einer Medienkonferenz informierte heute Nachmittag der Bundesrat, und später der Kanton Graubünden zur aktuellen Lage. Demnach sind zum jetzigen Zeitpunkt in Graubünden 64 Personen am Virus erkrankt. Insgesamt ist die Krankheit auf das ganze Kantonsgebiet verteilt, im Oberengadin sei aber ein „Hotspot“ festzustellen.

 

 
Der Kanton überprüft nun seine bereits am Wochenende beschlossenen Massnahmen im Vergleich zu den heute vom Bundesrat erlassenen Massnahmen. Die Bündner Bausaison werde voraussichtlich wie gewohnt starten, da sei grünes Licht.

Zur Lage in der Schweiz: wie einige der stärker betroffenen und grenznahen Kantone bereits die „ausserordentliche Lage“ ausgerufen haben, gilt dies nun landesweit, wie Bundesrat Alain Berset mitteilte. Und zwar ab sofort, heute Mitternacht bis vorläufig zum 19. April 2020.

Aktuell sind in der Schweiz 2’330 Personen erkrankt, 14 Todesfälle zu verzeichnen. Weiter „schliesst“ die Schweiz ab Mitternacht die Landesgrenzen zu Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich. Dies geschehe im Rahmen des Schengen-Abkommens sowie der Personenfreizügigkeit.

Weiterhin dürfen Schweizer Bürgerinnen und Bürger sowie auch ausländische Personen mit gültiger Aufenthaltserlaubnis in die Schweiz einreisen. Wer jetzt noch im Ausland sei, solle jetzt zurück in die Schweiz kommen.

Weiter ist der Warenverkehr in die Schweiz, sowie auch Transporte durch die Schweiz erlaubt. Mit den umliegenden Ländern habe man gemeinsam beschlossen, dass gegenseitig keine Export-Waren zurückbehalten werden.

Schweizer Armee in Bereitschaft

Die Schweizer Armee wird zudem verstärkt mobilisiert, vier Bataillone werden per sofort in Bereitschaft versetzt. Es können in Phasen bis zu 8’000 Armeeangehörige für Assistenzdienste eingesetzt werden. Im Kanton Tessin ist die Armee bereits im Einsatz.

In erster Priorität zur Unterstützung des Gesundheitsbereichs. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Logistik und das Transportwesen, wo die Armee die zivile Gesellschaft unterstützen kann. Diese zwei Bereiche leistet die Armee unbewaffnet, beim Einsatz des dritten Bereiches, der Sicherheit, ist aber der Einsatz von Waffen unter Umständen unumgänglich.

Die Armee wird ab sofort die Grenzwacht unterstützen, kann Botschaften oder Flughäfen überwachen. Stufenweise würden zuerst Rekruten und Rekrutinnen einrücken, danach Wiederholungskurse.

Meinung: Weiter zählt die Eigenverantwortung

Der Bundesrat oder die Kantone können ohne Weiteres noch drastischere Massnahmen ergreifen. In Wirklichkeit sind heute nicht radikale, einschneidende Massnahmen ergriffen worden, nur teilweise.

Der „Wirtschaft“ tut es natürlich weh, auch der Bündner Wirtschaft. Aber der grosse Teil der Wirtschaft läuft ja vorerst noch weiter: morgen Dienstag wird der Grossteil der Arbeitenden wie gewohnt zur Arbeit antraben. Geschlossen sind „bloss“ Schulen, Restaurants, der Freizeitbereich sowie öffentliche Geschäfte.

Alles andere läuft weiter. Die ganze Büro-Welt, die Bauwirtschaft, die Hotellerie (eingeschränkt), Dienstleistungsbranche arbeitet weiter. Kein „Lockdown“. Das kann teu(r)er werden. Und tödlich. Besonnenheit schliesst Halbherzigkeit nicht aus.

Meiner Meinung nach hätte heute entschieden werden müssen, dass niemand morgen in ein Unternehmen arbeiten gehen muss, das nicht wirklich nötig ist. Nötig sind jetzt Versorgung, Gesundheitswesen, Sicherheit, nichts anderes.

Wer meint, gefährdet seien „die ab 65“ und die Vorerkrankten, der bewegt sich auf gefährlichem Parkett. Solange wir noch dürfen: geht spazieren, alleine oder mit Personen aus dem gleichen Haushalt. Macht unbesorgt weiter Hunderunden.

Es liegt keine „radioaktive Wolke“ in der Luft: Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Achtet auf das, was Alain Berset heute sagte: (Körperliche) Distanz halten, Hygiene einhalten! Ich bin froh und dankbar, hier geboren zu sein.

 
Foto: Symbolbild, Chur am 16.03.2020, Graubünden Online

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