St. Moritzersee, September 2016 (Symbolbild)

Coronavirus in Graubünden: 11 erkrankte Personen im Oberengadin

Das Coronavirus breitet sich in der Schweiz und weltweit weiter aus. Im Kanton Graubünden wurden bis heute 11 Personen positiv auf das Virus getestet, wie der Kanton am Donnerstag informierte. So meldete der Kanton zu den bereits bekannten sechs Fällen im Oberengadin 5 weitere Erkrankte im Oberengadin. Von insgesamt 210 getesteten Verdachtsfällen liegen die Ergebnisse von 8 Personen noch nicht vor. Im Kanton Waadt wurde gestern ein erster Todesfall in der Schweiz im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Der Kanton Graubünden teilte am Donnerstag mit, dass die Regierung Regelungen für Veranstaltungen präzisiert hat und verstärkt die Kommunikation. Die Grenze für kritische Veranstaltungen liegt bundesweit neu bei 150 Personen.

Laut Südostschweiz dürfen Soldaten in Chur nicht mehr in den Ausgang. Jedoch sieht man weiterhin Soldatengruppen wie gewohnt in Sporttenues tagsüber beim sportlichen Laufen auf der Kasernenstrasse zum Stadtzentrum.

Urs Marti: Ansteckungskette des Virus kaum mehr nachvollziehbar

Laut fm1today.ch hat der Churer Stadtpräsident Urs Marti diese Vorgabe des Bundes kritisiert. In Graubünden hat es bis jetzt keine Ansteckungen gegeben, die Stadt Chur hat die tiefe Zahl von maximal 50 Personen festgesetzt, um allfällige Ansteckungen zurückverfolgen zu können.

Nun sei Chur durch die Vorgabe des Bundes gezwungen, die neue Verzögerungstaktik des Bundes zu übernehmen. Man werde mit der neuen 150-Personen-Regelung die Ansteckungskette des Virus kaum mehr nachvollziehen können.

Aktuelle Kriterien für erlaubte „Veranstaltungen“

Zu Veranstaltungen in Chur steht die Stadtpolizei telefonisch unter 081 254 53 00 für Fragen zur Verfügung.

  • nicht mehr als 150 Personen gleichzeitig in einem Raum
  • es sollten mehr als vier Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen
  • Bestuhlte Räume bis 300 Personen
  • Veranstaltungen im Freien mit gleichzeitig maximal 500 Personen

Bund empfiehlt neue Verhaltensregeln

Neben dem Vermeiden von Händeschütteln empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) neu auch Abstand zu anderen Personen zu halten.

 
Besonders gefährdet sind laut BAG Personen ab 65 Jahre sowie solche, die eine der folgenden Vorerkrankungen haben:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Krebs

 
Auch für die Arbeitswelt empfiehlt der Bund neue Massnahmen: falls möglich, soll auf Home-Office ausgewichen werden und man soll nicht in Stosszeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln:

„Falls im Betrieb möglich, sollen Mitarbeitende gegenseitig Abstand halten können, beispielsweise durch räumliche Anpassungen, Telearbeit/Home Office, Office-Splitting (ein Teil der Mitarbeitenden arbeitet im Büro, einer an einem anderen Ort, zum Beispiel im Home Office) etc.“ (Medienmitteilung BAG)

 
Foto: Symbolbild, St. Moritzersee (2016), Graubünden Online

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