Coronavirus: 1 Woche „ausserordentliche Lage“ in Graubünden

Eine Woche nachdem die Schweiz die „ausserordentliche Lage“ ausgerufen hat, ist vergangen; in Chur sind nur noch wenig Leute auf der Strasse, insbesondere auf Hunderunden, beim täglichen Einkaufen oder bei der Arbeit. Im Kanton Graubünden sind im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus mittlerweile 5 Todesopfer zu verzeichnen. Von zusätzlich 257 bestätigten Fällen befinden sich 27 Personen in Spitalpflege.

 

 


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Corona-Virus (COVID-19) in Graubünden

 
„Freies“ Pflegefachpersonal muss sich beim Kanton melden
Die Bündner Regierung hat angeordnet, dass sich alle Personen melden müssen, die einen Beruf im Pflegebereich erlernt haben, aber nicht in dieser Branche tätig oder aber arbeitslos sind und die keiner Risikogruppe angehören. Zu diesem Zweck hat der Kanton auf seiner Website ein Meldeformular aufgeschaltet

Ab 26. März 2020: ÖV-Angebot in Graubünden reduziert

Ab kommenden Donnerstag werden die öffentlichen Verkehrsmittel das Angebot reduzieren, die Massnahme gilt bis auf weiteres. Ein Onlinefahrplan wird jeweils spätestens am Vortag um 20:00 Uhr aktualisiert (Kanton Graubünden: „ÖV-Angebot in Graubünden wird reduziert“).

Grund ist, ein Grundangebot für die Bevölkerung so lange wie möglich aufrecht erhalten zu können. Es gelte deshalb auch, die personellen Ressourcen zu schonen. Das neue reduzierte Angebot berücksichtigt das „Social Distancing“: die neue Angebotsreduktion wurde so dimensioniert, dass die entsprechenden Empfehlungen des Bundes ermöglicht werden können.

Grundsätzlich gilt: Auf den Hauptlinien wird mindestens eine Verbindung pro Stunde angeboten. Ebenfalls garantiert seien die ersten und letzten Verbindungen.

In allen Bündner Wintersportorten entfallen ab sofort alle Sportbusse und Verdichtungskurse. Der grenzüberschreitende Fernverkehr ist eingestellt.

Massnahmen im Angebot der RhB

  • Es fallen die RegioExpress Züge Landquart – Vereina – St. Moritz aus. Nicht davon betroffen sind die Züge um 04:53 Uhr ab Samedan und 18:20 Uhr ab Landquart.
  • Zwischen Klosters Platz und Davos Platz fallen die Shuttlezüge aus, welche in Klosters Platz den Anschluss an die RegioExpress Landquart – St. Moritz herstellen.
  • Die Verdichtungszüge Chur – Arosa an den Wochenenden fallen aus.
  • Der Autoverlad am Vereina verkehrt ebenfalls nur noch im Stundentakt.
  • Weitere Informationen der RhB

Massnahmen im Angebot der ChurBus
Ausgedünnt wird nur das Angebot während des Tages; morgens und abends zu Randzeiten fährt der Churer Stadtbus wie gewohnt. Weiter fährt tagsüber der Stadtbus auf den Hauptlinien mindestens im 20-Minuten-Takt. Ab sofort fallen alle zusätzlichen Nachtbusse am Wochenende aus.

Südbünden: Bauwirtschaft im Fokus

Die Regierung wurde von sechs Grossräten aus dem Misox in einem Schreiben aufgefordert, den Baustellenbetrieb in der Region zu schliessen. Es wird befürchtet, dass die Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit zum Schutz der Arbeitnehmenden nicht eingehalten werden können.

Der Bundesrat hat aber laut Kanton unmissverständlich festgehalten, die Baubetriebe und die Baustellen dürfen nicht von pauschalen Schliessungen betroffen sein. Dort wo die vom Bund geforderten Schutzmassnahmen eingehalten werden können, soll der Betrieb aufrecht erhalten werden. Alle anderen Baubetriebe müssen schliessen.

„FDP-Grossrat Samuele Censi (37) erklärt gegenüber BLICK: «Wir in Südbünden werden in der jetzigen Krise vergessen.» Als Präsident der Gemeinde Grono mit 1500 Einwohnern klingle bei ihm ständig das Telefon. «Es sind fast immer Leute, die nicht verstehen, weshalb sie am Montag noch zur Arbeit müssen, während unsere Tessiner Nachbarn richtigerweise zu Hause bleiben.»“ (Blick Online)

In den kommenden Tagen ist demnach ein Besuch der Bündner Südtäler durch SP-Gesundheitsminister Peter Peyer und CVP-Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff (46) geplant.

 


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Meinung (Meine) Aktuelle Lage in Chur
Chur gleicht beinahe einer Geisterstadt: nach den Hamsterkäufen des vorletzten Wochenendes nun quasi angenehm leere Einkaufsgeschäfte. Obwohl die Zahl an Kunden in den Geschäften begrenzt ist, sind weniger Menschen im Laden.

Auf der Strasse ist es die ganze Woche quasi so wie normalerweise am Sonntag, und am Sonntag ist fast wie ausgestorben.

An den Türen der Geschäfte hängen Botschaften an die Strassenkundschaft, manchmal kurz und knapp, manchmal aber kreativ und zuweilen mit einem Augenzwinkern.

Weiter beobachte ich erhöhte Polizeipräsenz oder auch fast leere Stadtbusse und Postautos. Das Verbot von Zusammenkünften über 5 Personen wird zumindest in meiner kleinen Welt (Hunderunden, täglicher Einkauf) eingehalten.

Leuten mit Schutzmasken begegne ich selten, häufiger als sonst fällt mir auf der leeren Strasse aber automobilisiertes Schwanzverlängerungs-Gehabe, ausschliesslich männlicher, jüngerer Kandidaten, auf.

Rund um das Haus in dem ich wohne, stelle ich aber auf den Hunderunden fest, dass öffentliche Abfallkübel überlaufen und auch die ständigen Glasscherben auf den Trottoiren immer noch rumliegen. Könnten da nicht mal ein paar Putzwägelchen ihren Dienst tun, oder ist da bereits auch geschlossen?

Jetzt wisst ihr zumindest, wieso ich auf der Strasse nicht den Leuten ins Gesicht gucke, sondern vorwiegend auf das Trottoir 1 Meter vor dem Hündchen ;o)

Hier bei mir ist es ruhig, News ausserhalb dem Thema Coronavirus sind seltener, weniger Polizeimeldungen, keine Nachrichten aus Sport oder Wirtschaft und Gesellschaft.

Meine Gedanken sind aber oben, an der Loestrasse, wo es bestimmt nicht „ruhig“ ist, wo sich dem Personal im Kantonsspital Graubünden die Auswirkungen der Pandemie bereits zeigen werden. Dorthin schicke ich täglich meine Gedanken und meine innere Verbundenheit, die Kraft, Glaube und Zuversicht spenden sollen.

Ich bleibe guter Hoffnung, und sehe natürlich auch positive Auswirkungen dieser „Coronakrise“, so ist mein Wesen. Auf dem Headerbild oben sieht man das Haus (links), in dem ich mit einer betagten Hundedame lebe und arbeite. Ich berichte gerne weiter, manchmal halt auch aus der persönlichen Sicht.

Wer dieses Gequatsche nicht mag, überspringt einfach alle Absätze, die in der Überschrift mit „Meinung“ beginnen ;o)

Fast täglich laufe ich z.B. durchs Welschdörfli, vorbei an einem Werbeplakat von Patrik Degiacomi, der SP-Stadtratskandidat, der ebenfalls mit seiner Familie vom Coronavirus betroffen zuhause in Quarantäne ist. Jedesmal schicke ich ihnen allen meine Gedanken dahin, wenn ich da vorbeigehe.

Blibend schtark und gsund, menschlich und solidarisch!

 
Foto: Symbolbild, Chur, 21. März 2020

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