Chur: eine verletzte Person nach Wohnungsbrand an Lürlibadstrasse

Am Donnerstagabend ist an der Lürlibadstrasse in Chur ein Wohnungsbrand ausgebrochen. Im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses wurde aus der brennenden Studiowohnung ein Mann bewusstlos geborgen und schwerverletzt ins Kantonsspital Graubünden transportiert.

 

 
Da ich („Graubünden Online“) selbst im betroffenen Haus lebe und arbeite, beschreibe ich an dieser Stelle das Geschehnis aus dem persönlich Erlebten. Gemäss Kantonspolizei erhielt sie um 23:08 Uhr Meldung, dass aus einer Wohnung Rauch austrete. Zu dieser Zeit war ich am PC vertieft in meine Arbeit. Plötzlich, etwa 5 Minuten später hörte ich Sirenen, die näherkamen und direkt vor dem Haus verstummten.

Aufgeschreckt ging ich nach draussen und realisierte erst, was geschah. Im angebauten Haus, wo im Obergeschoss zwei kleine Studiowohnungen sind, trat aus einem gekippten, kleinen Fenster dichter Rauch aus der Wohnung. Da das alte Gebäude vor dem Abbruch steht und in den Wohnungen teilweise Gasheizungen vorhanden sind, kehrte ich schnell in die Wohnung zurück, zog Jacke und Schuhe an, packte mein Hündchen Lisa und verliess das Haus in meinen Trainerhosen um mich in Sicherheit zu bringen. Ein weiterer Mieter in der Nebenwohnung des brennenden Studios wurde geweckt, bei zwei anderen Mietparteien befanden sich mutmasslich keine Personen in den Wohnungen.

Die Einsatzkräfte sperrten die Lürlibadstrasse und der Verkehr ins Quartier wurde über den Meierweg/Loestrasse umgeleitet. Im Einsatz war das neue Rettungsfahrzeug der Churer Feuerwehr, soweit ich dies beurteilen kann. Die Einsatzkräfte drangen über das Fenster der brennenden Wohnung in das Haus ein und brachten den Brand rasch unter Kontrolle.

Der Mieter des Studios wurde bewusstlos aufgefunden, sofort evakuiert und von einem Rettungsteam vor Ort versorgt. Der 58-Jährige wurde anschliessend mit einem Ambulanzfahrzeug ins Kantonsspital Graubünden überführt. Gemäss Kantonspolizei erlitt der Mann schwere Verletzungen. Die Brandursache wird von der Kantonspolizei Graubünden und der Staatsanwaltschaft ermittelt.

Nachdem abgeklärt wurde, dass weder vom Brand noch von den Gas- und Elektroinstallationen her Gefahr für die Hausbewohner bestand, durften ich und ein zweiter Mieter nach einer Stunde wieder in die Wohnungen zurück. Bis zu diesem Zeitpunkt war nicht klar, ob wir Bewohner in dieser Nacht zurück ins Haus durften. Zurück bleiben auf der Wiese vor dem Haus eine verbrannte Matratze und andere Gegenstände, die von der Churer Feuerwehr aus der brennenden Wohnung entfernt wurden.

Als persönlich Betroffener kann ich den Einsatzkräften von Rettung, Polizei und Feuerwehr mit tiefem Respekt ein grosses Kompliment aussprechen. Und ich hoffe von Herzen, mein Nachbar wird schnell wieder gesund.

 
Zu diesem Ereignis könnte ich natürlich viel mehr Details schreiben oder Fotos publizieren, darum geht es mir aber nicht. Es geht mir bloss darum, dass ich, der „ständig“ über Polizeimeldungen berichte, diesmal selber betroffen war und dies meine Variante der „Verarbeitung“ des Geschehens ist. Ich kann nicht einfach wie üblich eine Polizeimeldung publizieren. Deshalb publiziere ich diesen Bericht auch nicht in der Kategorie Polizeimeldungen.

Update

(23.12.2018) Der schwerverletzt geborgene Mann ist am Freitagabend im Universitätsspital in Zürich aufgrund seiner schweren Verletzungen verstorben.

 
Fotos: Graubünden Online

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