Bürgergemeinde Chur: 30’000 Franken Sponsoring unter Vorbehalt an Bistum Chur

Die Churer Bürgergemeinde hat entgegen ihrer eigenen Sponsoringgrundsätze dem Bistum Chur einen Beitrag von 30’000 Franken zwecks Restaurierung eines Totenbildes zugesprochen. Diese Entscheidung könnte wohl auch die Geschäftsprüfungskommission der Bürgergemeinde beschäftigen, obwohl dies noch offen sei, wie das SRF1, Regionaljournal Graubünden berichtet.

In den eigenen Grundsätzen betreffend Sponsorings schreibt die Bürgergemeinde Chur: „Nicht unterstützt werden […] Projekt / Anlass von religiösen Institutionen und Gruppierungen“ (PDF). Viermal jedes Jahr werden Sponsoringgelder für Projekte zugesprochen, die einen direkten Bezug zur Stadt Chur haben, zur Sparte Kultur gehören, oder einfach ein grosses Interesse der Churer Bevölkerung dahintersteht.

Wofür werden die 30’000 Franken eingesetzt?

Man kann für den Betrag beim Bistum Chur eine Patentschaft für eines von 35 Totenbilder des Zyklus „Churer Totentanz“ übernehmen:

„Der Churer Totentanz, das sind 35 Totenbilder in düsterem schwarz-grau. Sie zeigen, wie der Tod alle Menschen aus dem Leben reisst, vom Bauer über den Richter bis zur Kaiserin. Seit bald 40 Jahren lagert der Bilderzyklus aus dem 16. Jahrhundert im Depot und gilt als Highlight des geplanten Domschatzmuseums.“ (SRF)

Bereits im November 2017 entschied sich der Bürgerrat für einen Sponsoringzuspruch, der Entscheid sei einstimmig gefallen. Beim Domschatzmuseum handle es sich um ein kulturelles Erbe von Chur und zudem würde das Geld nur dann fliessen, wenn das geplante Museum auch realisiert wird. Bürgermeister Andreas Brunold zu SRF1, Regionaljournal Graubünden, auf die Frage wieso entgegen der eigenen Grundsätzen trotzdem Gelder für religiöse Belange gesponsert werden: „Es handelt sich nicht primär um eine kirchliche Organisation, sondern um einen Domschatz, um ein Museum, um eine Kultur von Chur“

Dies steht aber noch in den Sternen: die Gelder für die Realisierung des Domschatzmuseums von 7,8 Millionen Franken seien grossteils noch nicht gedeckt, die Stadt Chur überlege sich, 600’000 Franken beizusteuern. Im November 2017 titelte das Bistum Chur in einem Communiqué noch „Bau des Domschatzmuseums sistiert“. Der Gemeinderat der Stadt Chur lehnte damals einen Baubeitrag an das Museum der katholischen Kirche ab.

„Ohne die volle Unterstützung der Standortgemeinde, der Stadt Chur, ist es für das Bistum Chur fraglich, ob es erhebliche Erstellungs- und spätere Betriebskosten des Domschatzmuseums auf sich nehmen kann.“ (Bistum Chur)

 

 
Foto in Header: Bischöfliches Schloss, Hof, Chur
(Graubünden Online, Symbolbild, 2016)

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