Bündner Jagd 2017: trotz hohen Jagdstrecken Sonderjagd erforderlich

Bündner Jagd 2017 – Trotz hoher Hirsch- und Rehstrecken und einer guten Gämsjagd ist eine Sonderjagd auf Hirschwild in fast allen Regionen notwendig, auf Rehwild in gut der Hälfte der Regionen. Für die nun nötige Sonderjagd haben sich 3406 (Vorjahr 3078) Jägerinnen und Jäger angemeldet, mehr als je zuvor. Auch beim Hirschwild (4838 Abschüsse) wurde ein Rekordresultat erreicht, wozu die gute Beteiligung der Bündner Jägerschaft und günstige Jagdbedingungen beigetragen habe, teilt das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden mit.

… Mit der Jagd ist die Aufgabe verbunden, die Wildbestände mit einer naturnahen Alters- und Geschlechterstruktur und einer artgerechten Verteilung dem Lebensraum anzupassen. Die Hochjagd dauert jeweils 21 Tage im Monat September, die Niederjagd vom 1. Oktober bis 30. November und die Steinwildjagd vom 1. Oktober bis am 15. November. Je nach Ergebnis der Hochjagd werden in den Monaten November und Dezember noch zusätzliche Hirsche und Rehe auf der Herbstjagd erlegt, um die festgelegten Abschusspläne zu erfüllen… (Quelle)

Das Jahr 2017 bot günstige Voraussetzungen für eine gute Hochjagd: hohe Hirsch- und Rehbestände, in höheren Lagen eine schnell auf herbstliche Verhältnisse wechselnde Vegetation. Hinzu genossen die Bündner Jäger ein vorteilhaftes Jagdwetter mit kühlen Temperaturen und häufige Schnee- und Regenfälle. Insgesamt führten diese Faktoren zu einer hohen Hochjagdstrecke 2017.

Dabei haben in Graubünden 230 Jägerinnen und 5532 Jäger insgesamt 11’548 Hirsche, Rehe, Gämsen und Wildschweine erlegt.

Hochjagd Graubünden 2017 (Grafik: Amt für Jagd und Fischerei)

Hochjagd Graubünden 2017 (Grafik: Amt für Jagd und Fischerei)

Hirschwild: trotz Rekordresultat Geschlechterverhältnis nicht ausgeglichen

Das Amt für Jagd und Fischerei spricht von einer bemerkenswerten Hirschstrecke der diesjährigen Hochjagd. So wurden beim Hirschwild ein Rekordresultat von 4838 Abschüssen erreicht. Ein früh eintretender Wechsel auf herbstliche Vegetationsverhältnisse in höheren Lagen sowie kühle Septembertage mit wiederholten Schneefällen habe das Hirschwild häufig veranlasst, den Schutz der Wildschutzgebiete zu verlassen, da die Tiere Emdweiden in tieferen Lagen aufsuchen.

Das Geschlechterverhältnis des erlegten Hirschwilds (2871 Hirschstiere/1967 Hirschkühe) sei aber nicht ausgeglichen; prioritär erfolge die Steuerung der Hirschbestände über den Abschuss weiblicher Tiere.

Rehe: aktuell hohe Bestandessituation

Auch bei dieser Wildart teilt das Amt für Jagd und Fischerei mit, dass aktuell eine hohe Bestandessituation besteht, was auch durch die hohe Rehstrecke widerspiegelt werde. So liege bei der Rehjagd das Resultat mit 3706 erlegten Tieren deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

Gämsjagd: ausgeglichene Jagdstrecke

Eine gute Jagdstrecke wurde laut AJF bei den Gämsen erreicht: bei 2989 erlegten Gämsen liege diese im angestrebten Bereich. Regional zeigt die Dichte der Gämsbestände grosse regionale Unterschiede.

Bündner Jagd, Symbolbild @ graubuendner.ch

In einigen Regionen musste erneut ein seuchenhaftes Auftreten der Gämsblindheit festgestellt werden. Die Gämsblindheit ist eine hochansteckende Augenerkrankung, die bei Wiederkäuern wie Schafen, Ziegen, Gämsen und Steinböcken vorkommen kann.

Sonderjagd: trotz hoher Hochjagdstrecke unerlässlich

Eine Durchführung einer Sonderjagd ist gemäss AJF trotz der hohen Hochjagdstrecke notwendig. In Nord- und Mittelbünden sowie in der Surselva haben die milden Winter der letzten Jahre zu sehr hohen Hirschbeständen geführt. Dieser hohe Bestand ist für die „teilweise schlechte Verjüngungssituation des Waldes“ und für die damit zusammenhängenden Wildschäden mitverantwortlich, ebenso für die damit zusammenhängenden Wildschäden, namentlich im Schutzwald.

Insgesamt liegt der diesjährige Abschussplan deutlich über den Plänen der letzten Jahre: der Abschussplan wurde bei den männlichen Hirschen überschossen, bei den weiblichen Tieren hingegen nicht erreicht, wobei aber in den erwähnten Regionen mit einem erhöhten Eingriff auf weibliche Tiere eine Reduktion des Hirschbestandes angestrebt werde.

… Eine nachhaltige Senkung eines Bestandes lässt sich nur dadurch erreichen. Um diese Zielsetzung zu verfolgen wird deshalb trotz einer hohen Hochjagdstrecke in fast allen Regionen die Durchführung einer Sonderjagd notwendig… (Quelle)

Sonderjagd auf Rehwild

In gut der Hälfte der Regionen ist eine Nachjagd auf Rehwild notwendig. Die noch erforderlichen Eingriffe konzentrieren sich vor allem auf die Korrektur der unausgeglichenen Bejagung männlicher bzw. weiblicher Tiere und Jungtiere. Dies mit dem Ziel, eine möglichst artgerechte Alters- und Geschlechterverteilung zu erreichen. Mit der Herbstjagd könne aber auch die nach wie vor hohe Fallwildquote (1200 Rehe) reduziert werden.

Massnahmen betreffend Tuberkulosefälle

… Besondere Massnahmen sind aufgrund der in jüngster Zeit bei Rindern und Hirschwild im Vorarlberg festgestellten Tuberkulosefälle angezeigt. Während der Sonderjagd werden deshalb alle mehrjährigen Hirsche aus dem Prättigau und dem Unterengadin auf das Vorkommen von Tuberkulose untersucht. Bisher mussten bei in der Schweiz erlegtem Wild keine positiven Fälle registriert werden… (Quelle)

Sonderjagd: Rekordzahl bei Anmeldungen

Für die diesjährige Sonderjagd haben sich bereits 3406 (Vorjahr 3078) Jägerinnen und Jäger angemeldet, mehr als jemals zuvor.

Bündner Jagd – Links im Internet

Zum Thema Bündner Jagd findet man viele Inhalte im Internet, hier ein paar hilfreiche Links:

  1. Amt für Jagd und Fischerei:
    Hochjagd 2017 (Medienmitteilung)
  2. Amt für Jagd und Fischerei:
    Plan Herbstjagd (Sonderjagd) Hirsch 2017 (PDF)
  3. Amt für Jagd und Fischerei:
    Plan Herbstjagd (Sonderjagd) Reh 2017 (PDF)
  4. Amt für Jagd und Fischerei:
    Tabelle Ergebnisse der Hochjagd 2017 (PDF)
  5. Amt für Jagd und Fischerei:
    Tabelle Ergebnisse der Hochjagd 2017 (PDF)
  6. Amt für Jagd und Fischerei:
    Thema Jagd, Portal
  7. Bündner Kantonaler Patentjägerverband (BKPJV):
    Homepage: www.bkpjv.ch
  8. Amt für Jagd und Fischerei:
    Thema Jagd, Portal
  9. Verein Jagd & Bündnerheimat (VJBH):
    Homepage: www.vjbh.ch
  10. Verein Wildtier Schweiz:
    Homepage: www.wildtier.ch
  11. Jägerverein Klosters (BKPJV Sektion):
    Jagdfotos 2017

 
Fotos: Symbolbilder, Bündner Jagd
Private Sammlung, graubuendner.ch

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