Aus Piz Nair AG wird neu die Diavolezza-Lagalb AG

Am letzten Freitag 21. April fand in der Mittelstation Murtèl, 7513 Silvaplana/Surlej, die 64. Generalversammlung der AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair statt. Zum zweiten Mal in Folge kann das Unternehmen das Geschäftsjahr mit einem Gewinn abschliessen. Obwohl das Geschäftsjahr 2015/2016 als eines der schwierigsten der letzten 20 Jahre bezeichnet werden muss, weist die Piz Nair AG einen Gewinn von CHF 4‘214.00 aus.

In Bezug auf die Frequenzen gab es bloss im Geschäftsjahr 1996/1997 noch weniger Personentransporte: erstmals seit langem fiel die Zahl der Gästetransporte wieder unter die wichtige Marke von 200’000 Personen.

Dank des Umstandes, dass wir eine kleine Unternehmung mit gerade einmal sechs Jahresangestellten und zwischen fünf bis zwanzig Saison- und Teilzeitangestellten sind, konnten wir auf die schlechten Wetterverhältnisse flexibel reagieren… (Quelle, PDF)

Der Winterbetrieb

Der Winter 15/16 war seit vielen Jahren einer der schneeärmsten: erst im März fiel Schnee, was die Ausgangslage sehr erschwerte. Der Betrieb einer Bergbahn sei nur möglich, wenn man über Anlagen zur Erzeugung von Kunstschnee und genügend Wasser verfüge, was aber beides am Piz Nair nicht vorhanden sei. Ein weiteres Erschwernis ist zudem der nach wie vor ungünstige Euro Wechselkurs. Der Gästetransport, die wichtigste Einnahmequelle der Corvatsch AG, brach im Winter 2015/16 um 34 Prozent ein.

Der Sommerbetrieb

Wie wetterabhängig ein Bergbahnbetrieb ist, zeigt sich schnell. So war der Sommer von Mitte Juli bis im Oktober vorwiegend schönes, warmes Sommerwetter, was „nicht wenige“ Personen an den Berg lockte: etwas mehr als 66’000 Personen wurden im Sommer 2016 transportiert, sogar ein wenig mehr als im Vorjahr. Trotzdem könne ein schlechter Winter „nie und nimmer“ durch einen guten Sommer ausgeglichen werden, da der in den fünf Sommer- und Herbstmonaten erzielte Umsatz nur etwa 15% der gesamten Transporteinnahmen ausmache. Ein schlechter Winter und ein guter Sommer brachte insgesamt ein Rückgang um 25 Prozent, was auch die Gastronomie am Berg spürte.

Ausblick in die nahe Zukunft

Veranlasst durch die drohende, definitive Schliessung der 1963 erbauten Lagalb-Bahn, suchten die Nachkommen des Erbauers der Luftseilbahnen Corvatsch und Piz Nair, angestossen und unterstützt von der Pro Lagalb eine gemeinsame Lösung mit der Engadin St. Moritz Mountains AG als Eigentümerin der Bergbahnen Lagalb und Diavolezza für den Weiterbetrieb.

Nun haben sich die verschiedenen Parteien bereits gefunden: der Winterbetrieb soll im Verbund der Diavolezza-Bahn erfolgen.

…Andererseits wird der Engadin St. Moritz Mountains abgetreten, was eh schon geographisch zusammen gehört, nämlich die Piz Nair-Bahn, welche mitten im Skigebiet Corviglia-Marguns liegt. Die AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair wird an der Generalversammlung vom 21.04.2017 in die Diavolezza Lagalb AG mit neuem Sitz in Pontresina umfirmiert. Gleichzeitig haben sich die beiden Unternehmungen auch bereit erklärt, alle Angestellten an den drei Standorten gegenseitig zu übernehmen, womit es auch zu keinem Abbau von Arbeitsplätzen kommt… (Quelle, PDF)

St. Moritzersee, September 2016 (Symbolbild)

St. Moritzersee, September 2016 (Symbolbild)

Bereits letztes Jahr berichtete SRF.ch von einer „Rochade„, um die Lagalb-Bahn zu retten. Der Bergbahnbetrieb bietet 16.87 Vollzeitäquivalenzstellen, dies entspricht etwa 8 Jahresangestellten und mehreren Teilzeit-, und Saisonangestellten. Die Haupttraktanden an der Generalversammlung waren neben zwei Kapitalerhöhungen von insgesamt 2’300’000 Franken und der Umfirmierung der AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair in die Diavolezza Lagalb AG weiter die Sitzverlegung nach Pontresina.

…An der Generalversammlung wurden zudem die Weichen für den am 1. Juni 2017 stattfindenden „Bergtausch“ gestellt. Die Unternehmerfamilie Niarchos, welche die Mehrheiten an der Corvatsch AG und der AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair hält, hatte vor einem Jahr eine Gesamtlösung für die Bergbahnen Lagalb, Diavolezza und Piz Nair angestossen: Die AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair überträgt ihre Anlagen auf dem St. Moritzer Hausberg an die Engadin St. Moritz Mountains AG. Diese wiederum trennt sich von der Diavolezza und der Lagalb. Für das neue Schwesterunternehmen der Corvatsch AG bezahlt die Familie Niarchos eine Ausgleichszahlung von 2.5 Mio. Franken…

…Die Aktienkapitalerhöhungen, die Namensänderung, die Sitzverlegung nach Pontresina und die damit verbundenen Statutenänderungen wurden von den Aktionären einstimmig gutgeheissen….(Quelle)

Weiter wurde von den Aktionären ein neuer, erweiterter Verwaltungsrat gewählt. Für die Wahl in den Verwaltungsrat wurden folgende Personen vorgeschlagen und einstimmig angenommen: Herr Alois Jurt, Monte Carlo, Herr Christoph Klemm, Monte Carlo (Vizepräsident), Herr Franco Tramèr, Samedan (Präsident), Frau Suzanne Reber-Hürlimann, Samedan (neu), Herr Thomas Walther, Pontresina, Herr Roland Hinzer, Pontresina.

Weitere finanzrelevante Informationen z.B. auch unter www.schweizeraktien.net/blog/

Die Saison auf dem Corvatsch dauert noch bis am 7. Mai.

 

 

 
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GESCHÄFTSBERICHT 2015/2016 (PDF)

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