Asiatische Stechmücken etablieren sich in Graubünden weiter

Ein seit 2016 bestehendes Monitoring für Asiatische Stechmücken, das vom Amt für Natur und Umwelt (ANU) in Zusammenarbeit mit ausgewählten Gemeinden durchgeführt wird, zeigt, dass sich beispielsweise Tiger- oder Buschmücken in Graubünden weiter etabliert haben, oder es bereits sind.

 


 
Bei diesem präventiven Überwachungsnetz werden die Mücken mit Eierfallen erfasst. Im Saisonbericht 2017 (PDF) informiert das Amt für Natur und Umwelt über die Ergebnisse der Untersuchung. Einbezogen wurden dabei Teile der Bündner Südtäler, einzelne Rastplätze entlang der Autobahn A13 sowie einige Stichproben im Raum Chur. Die Gemeinden arbeiten eng mit dem ANU bei der Überwachung sowie bei der Bekämpfung von Tigermücken auf öffentlichem Grund zusammen.

Insgesamt haben sich in Graubünden die Asiatischen Stechmücken weiter etabliert. Beispielsweise in der Gemeinde San Vittore wurden im Dorf Monticello ausreichend häufig positive Fallen gefunden, so dass bereits eine Etablierung kaum mehr auszuschliessen ist.

Im Rahmen des Mückenmonitorings 2017 waren etwa die Hälfte der in den Gemeinden San Vittore, Roveredo und Grono ausgebrachten Fallen ein- oder mehrmals positiv. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wird daher vom Amt für Natur und Umwelt in diesen drei Misoxer Gemeinden als gebietsweise potentiell etabliert eingestuft.

Fallen in etwas höher gelegenen Gemeinden wie Cama, Bregaglia und Brusio sowie die Mückenfallen nördlich des San Bernardino fielen in Bezug zur Asiatischen Tigermücke allesamt negativ aus.

Mehr etabliert hat sich in Graubünden allerdings die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus); dieses Tier wurde in allen überwachten Gemeinden mindestens einmal gefunden. Nicht nur auf der Alpennordseite haben laut Monitoring 2017 die positiven Befunde zugenommen, im südlichen Misox sei die Asiatische Buschmücke gebietsweise potentiell etabliert.

„…Diese Erkenntnisse ermöglichten es das weitere Vorgehen festzulegen: das Monitoring soll 2018 im gleichen Ausmass weitergeführt werden. Gleichzeitig sollen die betroffenen Gemeinden Bekämpfungsmassnahmen durchführen und die Bevölkerung über präventive Vorkehrungen und Verhaltensweisen informieren. (ANU, PDF)

 


Die Bevölkerung kann mithelfen

Um die Stechmücken zu bekämpfen, kann die Bevölkerung entscheidend mithelfen. So sollte man jegliches stehendes Wasser vermeiden.

Potentielle Brutstätten sind alle Behälter um unsere Behausungen, die sich durch Regen oder Bewässerung mit Wasser füllen können. Zwischen April und September sollten draussen jegliche Behälter wie Töpfe, Eimer oder Autoreifen umgekippt oder überdacht gelagert werden. Behälter wie Unterteller, Kinderplanschbecken oder Tränken sollen mindestens einmal pro Woche austrocknen.

Regenwassertonnen sollten nur bei Regen geöffnet werden und zudem hermetisch abgeschlossen werden. Stellt man in Felsspalten oder Löchern, in denen Wasser steht, Mückenlarven fest, empfiehlt das ANU, diese mit Sand zu füllen und so auszutrocknen.

Teilweise regelt die Natur sich selber: Fische und Amphibien fressen die Mückenlarven, deshalb kann sich die Tigermücke in Teichen und Fliessgewässern nicht entwickeln. Die Mückenlarven können grundsätzlich in fliessendem Wasser (Fliessgewässer, Springbrunnen, etc.) nicht überleben.

„… Stehende Wasseransammlungen welche nicht beseitigt werden können (Einlaufgitter, Dachrinnenabfluss, usw.) können nach Angaben des Produzenten (i.d.R. wöchentlich) mit einem Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) haltigen Larvizid behandelt werden.“ (ANU, PDF)

 
Das ANU bittet die Bevölkerung darum, bei einem Verdacht, eine Tigermücke gesichtet zu haben, das Amt zu kontaktieren.

 
Foto:
By James Gathany, CDC [Public domain], via Wikimedia Commons

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