50 % mehr Stickoxide durch Manipulationen an Dieselfahrzeugen

Das Amt für Natur und Umwelt (ANU) publizierte kürzlich den Jahresbericht Luft 2017, in dem die Luftbelastung durch den Strassenverkehr und der Dieselskandal Schwerpunkte bilden.

 


 
Der Strassenverkehr ist heute immer noch eine bedeutende Quelle von Treibhausgasen und Luftverschmutzung und beeinträchtigt so die Natur sowie auch die menschliche Gesundheit. Weiter sind hauptsächlich die Industrie und das Gewerbe, die Land- und Forstwirtschaft sowie Holzfeuerungen für Luftverschmutzung verantwortlich.

Bei der Begrenzung von Luftschadstoffen im Strassenverkehr konnten in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erzielt werden. Technische Fortschritte in der Motorentechnologie, eine Verbesserung der Treibstoffqualität, die Einführung von Abgasnormen sowie die Förderung des öffentlichen Verkehrs führten zu einer Reduktion des Schadstoffausstosses.

Diese Bemühungen und Erfolge werden allerdings, auch in der öffentlichen Wahrnehmung, durch den „Dieselskandal“ getrübt. Mehrere Hersteller von Dieselfahrzeugen haben unabhängig vom Motorentyp während mehreren Jahren Massnahmen getroffen, damit die Fahrzeuge auf den Prüfständen die gesetzlichen Grenzwerte erfüllen. Gemäss dem „Jahresbericht Luft 2017“ würde der Strassenverkehr ohne Manipulationen und legale Tricks bei der Abgasreinigung bei Dieselfahrzeugen in den nächsten Jahren bis zu 50 % weniger Stickoxide ausstossen.

„Das Erreichen der Ziele der LRV bei den Stickoxiden wurde durch diese Manipulationen um mehrere Jahre verzögert.“ (ANU)

 


 
Die Luftbelastung 2017 und deren Entwicklung
Feinstaub-, Ozon- und NO2-Belastungen waren im Jahr 2017 erneut über den Grenzwerten der Luftreinhalte-Verordnung (LRV). 36% des Feinstaubs (PM10) stammt aus der Industrie, 18% aus den Haushalten, dem Gewerbe und den Dienstleistungen. Der Verkehr verursacht 24% und die Land- und Forstwirtschaft 22% des Feinstaubs. Insbesondere im Rheintal und im Misox wurden überhöhte PM10-Belastungen gemessen. In den gleichen Regionen waren im 2017 auch die Ozon-Werte zu hoch: der „Ozon-Grenzwert“ wurde im Misox und im Rheintal während 515 bzw. 120 Stunden überschritten. Einzig im Bereich von verkehrsreichen Strassen (A13 und Prättigauerstrasse) konnten erhöhte NO2-Belastungen festgestellt werden.

Jahresbericht Luft 2017 (Grafik: Amt für Natur und Umwelt)

Jahresbericht Luft 2017 (Grafik: Amt für Natur und Umwelt)

Link: Massnahmenplan Lufthygiene Kanton Graubünden

 
Foto: Screenshot aus Jahresbericht Luft 2017 (Amt für Natur und Umwelt) (PDF)

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