Kurztrip zum Churer Galgenhügel – die Parkanlage Rosenhügel

Geschichten und 54 lizenzfreie Fotos zum Rosenhügel Chur
Für viele Churer Bewohner etwas ganz Normales und scheinbar kaum einen Artikel wert; doch wer beispielsweise als Durchreisender in der Bündner Hauptstadt einen kurzen Aufenthalt macht, findet auf einem Kurztrip vom Bahnhof zum Rosenhügel einen spannenden Spaziergang. Vorbei an der Churer Altstadt, dem Pulverturm (Malteserturm) und dem denkmalgeschützten Stadttor mit seinem vierstöckigen Turm, dem Obertor, und weiter über die Plessurbrücke bis zum Anfang des Welschdörflis.

(Es kann eine Weile dauern, bis alle Fotos geladen sind)

Plessurbrücke, Verkehrskreisel vor Obertor Chur (09.01.2018)

Plessurbrücke, Verkehrskreisel vor Obertor Chur (09.01.2018)

Auf der Plessurbrücke (Obertorbrücke), einem zentralen Verkehrsknotenpunkt der Transitachse durch Chur, entstand 2010 ein Verkehrskreisel. Gegenüber dem Obertor, auf der anderen Seite der Churer Plessurbrücke steht das „Zollhaus“. Von dieser Stelle aus beginnt die stark ansteigende Malixerstrasse in Richtung Lenzerheide. Den Rosenhügel findet man von dieser Stelle weg in 5 Gehminuten.

 


 
Der Rosenhügel, auch bekannt als Galgenhügel, ist eine ehemalige Richtstätte der Stadt Chur. Im Jahr 1836 wurde der Galgen für den Bau der Malixerstrasse demontiert und der Hügel somit für eine neue Nutzung freigespielt, in dieser Zeit nutzte man den Hügel als Kiesgrube. Sechs Jahre später begann man zu diskutieren, den Nutzen des Galgenhügels für die Allgemeinheit umzuwandeln, doch wirtschaftliche und politische Wirren nach 1846 liessen dieses Thema in den Hintergrund rücken.

"Chur Malixerstrasse" (Druck, 4. September 1909) gefunden auf Fundaziun Capauliana

„Chur Malixerstrasse“ (Druck, 4. September 1909) gefunden auf Fundaziun Capauliana

Der in Chur geborene und in Botanikerkreisen bekannte Alexander Moritzi (1806-1850), griff aber bereits anno 1848, im Alter von 41 Jahren, den Gedanken wieder auf, den Galgenhügel umzugestalten:

„Am ehemaligen Galgenhügel sollte nach Moritzis Vorstellung ein botanischer Garten als Parkanlage für die Öffentlichkeit entstehen, ein Sammelort ähnlich einer Bildergalerie, wo Betrachtung, Musse, Wissbegier und gezielte Belehrung zusammenfinden, sich das Nützliche – nämlich die Förderung der Kenntnisse der Pflanzengattungen und deren Zusammenstellung – mit dem Schönen – dem ästhetischen Vergnügen ob der gärtnerisch-gestalterischen Aspekte – verbindet.“ (Stadt Chur)

 
Alexander Moritzi entdeckte als Erster 1836 Rumex nivalis, die Schnee-Ampfer.

Die Gartenanlage auf dem Galgenhügel wurde damals weitestgehend durch private Mittel finanziert, denn die Stadt Chur wollte zwar eine Stadtverschönerung, aber dafür kein Geld ausgeben.

Alexander Moritzi erlebte die Fertigstellung des Rosenhügels nicht mehr, er verstarb noch vor Fertigstellung der Anlage. Dies führte vielleicht auch dazu, dass die Anlage nach Fertigstellung mehr einem Landschaftspark als einem botanischen Garten, wie es sich Alexander Moritzi vorstellte, entsprach.

Ab 1851 wollte man einen wohlklingenderen Namen für den Hügel. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Galgenhügel „Neue Anlage“, später dann „Anlage am Rosenhügel“ genannt. Dies, obwohl in diesem Zeitraum in der Parkanlage keine Rosen kultiviert wurden.

Der Stadtverein pflanzte im Jahr 1910 zwar Rosen auf dem Hügel, dies aber bloss für die Dauer von acht Jahren. Im Jahr 1905 plante der Churer Stadtverein auf dem Rosenhügel einen Aussichtsturm im Park, dieses Vorhaben wurde jedoch nie realisiert.

Am 16. Dezember 2017 wurde durch Luciano Fasciati, Kurator des Vereins Art Public, ein neuer Plan vorgestellt, gemeinsam mit der Stadt Chur, dem Stadtverein und dem Verein Churer Medizinalgarten die Parkanlage umzugestalten. Die Fussgänger sollen laut Plan nicht mehr die Malixerstrasse hochgehen müssen, um zum Rosenhügel zu gelangen, sondern vom Lindenquai aus. Miteinbezogen werden soll das Hirschbühl, ein Areal, welches die Stadt Chzur vor einigen Jahren erworben hat. Somit würde die heutige Parkanlage um ein deutliches Stück vergrössert werden.

Gemäss Stadtrat Leibundgut soll der Gabentempel des eidg. Schützenfests von 1842 von seinem heutigen Standort am Rossboden beim Schützenhaus auf den Rosenhügel umgezogen werden, so könnten auch Apéros und andere Anlässe auf dem Hügel durchgeführt werden. Dieser historische Gabentempel befand sich bereits einmal bis ins Jahr 1985 am Rosenhügel.

Der Churer Medizinalgarten geht schon eher in Richtung des Botanikers Alexander Moritzi: auf dem Hirschbühl möchte der Verein einen Schaugarten für Heilkräuter realisieren. Erste Entwürfe und Pläne zu diesem Projekt findet man unter www.urban-green-network.ch.

Der Verein Art Public, bekannt für Kunstaktionen im öffentlichen Raum, plant diesen Sommer 2018 an zwei Wochenenden ein „Festival der Künste“; der Anlass werde sich nicht auf die bildende Kunst beschränken, sondern auch musikalische, literarische und theatrale Produktionen beinhalten. An der Art Public 2019 wird auf dem Rosenhügel dann skulpturale Kunst gezeigt.

"Spitze des Calanda vom Rosenhügel aus" (Aquarell / über Bleistift, Naegeli Heinrich, 10. Oktober 1864) gefunden auf Fundaziun Capauliana

„Spitze des Calanda vom Rosenhügel aus“ (Aquarell / über Bleistift, Naegeli Heinrich, 10. Oktober 1864) gefunden auf Fundaziun Capauliana

Anreise: vom Bahnhof Chur in 15 Minuten zum Rosenhügel

Der Weg vom Bahnhof Chur (1) vorbei an Malteserturm/Obertor (2) und dann die Malixerstrasse hoch in Richtung Lenzerheide bis zum Rosenhügel (3, blaue Fläche) - (Klick für Google Routenplaner)

Der Weg vom Bahnhof Chur (1) vorbei an Malteserturm/Obertor (2) und dann die Malixerstrasse hoch in Richtung Lenzerheide bis zum Rosenhügel (3, blaue Fläche) – (Klick für Google Routenplaner)

Ab Bahnhof Chur dauert der Weg zum Rosenhügel zu Fuss 15 Minuten. Ich denke aber, dass man für den Kilometer doch recht zügig gehen muss, um in 14 Minuten auf dem Rosenhügel oben zu sein; ich würde eher gemütlich gehen und zwanzig Minuten bis eine halbe Stunde einrechnen.

Vom Bahnhof Chur aus erreicht man den Rosenhügel bei gemächlichem Schritt in ca. 30 Minuten. (Bahnhof, Arosabahn der RhB, 26.01.2018)

Vom Bahnhof Chur aus erreicht man den Rosenhügel bei gemächlichem Schritt in ca. 30 Minuten. (Bahnhof, Arosabahn der RhB, 26.01.2018)

Am Bahnhof (Südseite) kann man einfach bis zum Obertor den Geleisen der RhB-Arosabahn folgen, doch Schritt für Schritt: starte beim Bahnhof und gehe die ganze Engadinstrasse hoch. Am Besten auf dem Trottoir auf der rechten Strassenseite. Erst folgt ein Verkehrskreisel über den die Gäuggelistrasse kreuzt, etwa in der Mitte des oberen Bereichs der Engadinstrasse liegt auf der linken Strassenseite hinter einer schulterhohen Mauer versteckt der Stadtpark.



Am oberen Ende zweigt die Engadinstrasse in die Grabenstrasse ein. Immer noch befinden wir uns an der RhB-Linie Chur-Arosa, die mitten auf der Strasse über die Geleise rollt. An dieser Verzweigung stehen wir der Altstadt gegenüber, die auf der anderen Strassenseite beginnt. Der Malteserturm bzw. Pulverturm bildet eine Ecke an der westlichen Altstadthäuserfront. Am Fusse des Turms führt die enge Maltesergasse in die Altstadt, zur Unteren Gasse und Ochsenplatz.

Malteserturm bzw. Pulverturm, Verzweigung Graben- und Engadinstrasse (16.04.2018)

Malteserturm bzw. Pulverturm, Verzweigung Graben- und Engadinstrasse (16.04.2018)

Ab der Verzweigung Engadinstrasse/Grabenstrasse gehen wir weiter den Geleisen entlang, alles auf der rechten Strassenseite und gehen entlang der Altstadt, um die Westseite herum, bis zum Obertor und der Plessurbrücke. Da steht wiederum ein Verkehrskreisel auf dieser Brücke, auch Obertorbrücke genannt. Hier vor dem Obertor trennen wir uns von den Geleisen der RhB-Bahn, denn die fährt weiter linksseitig über den Plessurquai der Plessur entlang in Richtung Arosa. Die dem Plessurquai gegenüberliegende Strasse entlang der Plessur heisst Lindenquai; ein schöner Abstecher bzw. extra-Rundgang wert, Fussweg etwa 10 gemütliche Minuten.

Wir aber wollen an den Rosenhügel, überqueren also vom Obertor aus die Plessurbrücke auf der rechten Strassenseite und stossen danach an den Anfang des Welschdörflis. JETZT überqueren wir die Strasse beim Fussgängerstreifen und gelangen so an den Anfang der Malixerstrasse, die nach Lenzerheide führt.

Start der Malixerstrasse nach Lenzerheide, Standort Kreisel Obertorbrücke, nach Überqueren Fussgängerstreifen beim Welschdörfli

Start der Malixerstrasse nach Lenzerheide, Standort Kreisel Obertorbrücke, nach Überqueren Fussgängerstreifen beim Welschdörfli

Diese Malixerstrasse gehen wir noch etwa drei, vier Minuten hoch; etwa auf der halben Strecke bis zum Restaurant Rosenhügel finden wir linkerhand den ersten Eingang zum Rosenhügel. Alternativ kann man auch bis zum Hotel-Restaurant Rosenhügel und da wiederum links über den Fussgängerstreifen den zweiten Eingang zum Rosenhügel erreichen. Einen dritten Eingang zum „Landschaftspark Rosenhügel“ finden wir noch weiter oben, auf Höhe des Hirschbühlwegs.

Ganz rechts im Bild, der erste Eingang zum Landschaftspark Rosenhügel (16. April, Graubünden Online) - Achtung, gefährlicher Fussgängerstreifen!

Ganz rechts im Bild, der erste Eingang zum Landschaftspark Rosenhügel (16. April, Graubünden Online) – Achtung, gefährlicher Fussgängerstreifen!

Wo die 'Umfahrung Süd' und die Malixerstrasse sich vereinen. Links in der Bildmitte: 'zweiter' Eingang zum Rosenhügel, Höhe Hotel-Restaurant Rosenhügel

Wo die ‚Umfahrung Süd‘ und die Malixerstrasse sich vereinen. Links in der Bildmitte: ‚zweiter‘ Eingang zum Rosenhügel, Höhe Hotel-Restaurant Rosenhügel

Im Hintergrund Bildmitte: der Rosenhügel. Rechts unten im Vordergrund zweigt der Hirschbühlweg ab. (16. April 2018, Graubünden Online)

Im Hintergrund Bildmitte: der Rosenhügel. Rechts unten im Vordergrund zweigt der Hirschbühlweg ab. (16. April 2018, Graubünden Online)

Die Parkanlage im Naherholungsgebiet Rosenhügel

Der Churer Rosenhügel ist die erste öffentliche Parkanlage der Ostschweiz. Heute findet man in der Parkanlage auf dem höchsten Punkt des Hügels eine Terrasse. Von da aus hat man eine tolle Aussicht über Chur. Der Blick in westliche Richtung zeigt die Hochhäuser City-West, weiter über Felsberg und Tamins in Richtung Surselva. In nordwestlicher Richtung thront stolz der Calanda und auch der Stadtbereich am schönen Osthang der Stadt, das Loë-Quartier, ist sichtbar. In Richtung Churer Rheintal/Nordbünden sieht man vom Galgenhügel aus bis zur Region 5-Dörfer mit Landquart oder Malans.

Aussicht in Richtung Nordwesten

Aussicht in nordwestliche Richtung: Lisa fühlt sich wohl :o) im Hintergrund: Stadtmitte, Rechts: Loë-Quartier

Aussicht in nordwestliche Richtung: Lisa fühlt sich wohl :o) im Hintergrund: Stadtmitte, Rechts: Loë-Quartier

Aussicht in nördliche Richtung: Calanda, im Vordergrund Calanda Bräu, im Hintergrund Neustadt (14. März 2018, Graubünden Online)

Aussicht in nördliche Richtung: Calanda, im Vordergrund Calanda Bräu, im Hintergrund Neustadt (14. März 2018, Graubünden Online)

Aussicht in nordwestliche Richtung: Calanda - (27. März 2018, Graubünden Online)

Aussicht in nordwestliche Richtung: Calanda – (27. März 2018, Graubünden Online)

Aussicht in nordwestliche Richtung von der Terrasse aus: Calanda - (06. April 2018, Graubünden Online)

Aussicht in nordwestliche Richtung von der Terrasse aus: Calanda – (06. April 2018, Graubünden Online)

Aussicht in nordwestliche Richtung: Calanda, im Hintergrund links die 'Twin Towers', im Vordergrund die Seile der Luftseilbahn Chur-Brambrüesch (LCB) - (20. März 2018, Graubünden Online)

Aussicht in nordwestliche Richtung: Calanda, im Hintergrund links die ‚Twin Towers‘, im Vordergrund die Seile der Luftseilbahn Chur-Brambrüesch (LCB) – (20. März 2018, Graubünden Online)



Der Galgenhügel liegt am Fuss des Pizokels und an der Strasse unten, an der Kreuzung zur Umfahrung Süd, befindet sich auch ein Restaurant. Die Parkanlage selbst ist nur sehr klein; ein kreisrunder Teich mit Springbrunnen, umzäunt von einem Eisengeländer und am Rand der Parkfläche mehrere Sitzbänke. Eine kleine Infotafel.

Wer ein wenig Geduld hat und wartet, kann die nahe Seilbahn der Brambrüeschbahn beobachten, wie sie zum Känzeli hoch schwebt, während in die Gegenrichtung die zweite Seilbahn in Richtung Stadt herunterfährt.

Die talwärts- und die bergwärtsfahrende Luftseilbahn Chur-Brambrüesch kreuzt sich am Pizokel (31. März 2018)

Die talwärts- und die bergwärtsfahrende Luftseilbahn Chur-Brambrüesch kreuzt sich am Pizokel (31. März 2018)

Nichts Spektkuläres?

Wie bereits oben erwähnt, ist der Rosenhügel für viele Churer Einwohner etwas Alltägliches, Normales, Unspektakuläres. Für viele gibt es da oben „nichts zu sehen“. Auch der angrenzende Wald am „Nordhang“ Pizokel ist nicht gerade DER Märchenwald am Churer Stadtrand, der Fürstenwald ist beispielsweise viel „schöner“, eine weniger steile, üppige Natur.

Am Gehweg, liebliche Blümchen im Frühling (01. April 2018)

Am Gehweg, liebliche Blümchen im Frühling (01. April 2018)

Und gerade dafür, dass der Rosenhügel eigentlich eine städtische Parkanlage ist, wird, abgesehen von ein paar Sitzbänken und dem Teich mit Springbrunnen, „nichts“ geboten.

Aber das ist Ansichtssache.
Ich persönlich gehe jeden Nachmittag mit Lisa auf den Rosenhügel auf die Hunderunde.

Okay, die Malixerstrasse vom Obertor hoch, am Restaurant Rosenhügel vorbei und weiter in Richtung St. Antönienrank stört manchmal die idyllische Ruhe, aber danach ist wieder eine tolle, ja totale Stille, und das „mitten“ in der Stadt.

Man findet ein Labyrinth an Gehwegen, im Zick-Zack bis auf die Spitze des Hügels.

Im 'Zick-Zack' auf den Rosenhügel hinauf (16. April 2018, Graubünden Online)

Im ‚Zick-Zack‘ auf den Rosenhügel hinauf (16. April 2018, Graubünden Online)

Den Gehweg säumt am Rand eine Pflanzenwand. Man ist da bereits „in der Natur“, Vögel zwitschern ihre Lieder und kleine Wiesenblümchen zieren den mit Bäumen gefüllten Hang des Hügels.

Gehweg, gesäumt mit Pflanzenwand (01. April 2018)

Gehweg, gesäumt mit Pflanzenwand (01. April 2018)

Sitzbänkli auf dem Rosenhügel: Blick frei Richtung Felsberg, Tamis (01. April 2018, graubünden Online)

Sitzbänkli auf dem Rosenhügel: Blick frei Richtung Felsberg, Tamis (01. April 2018, graubünden Online)

Ich finde da sofort und schnell meine Ruhe und Lisa am Waldboden viele Gerüche, uns gefällt das Naherholungsgebiet Rosenhügel ;o)
Der obere, dritte Eingang zur Parkanlage auf Höhe Hirschbühlweg ist aber oft voller Abfall, gefällt mir weniger, Lisa freuts ;o)

Der obere, dritte Eingang zur Parkanlage auf Höhe Hirschbühlweg ist oft voller Abfall.

Der obere, dritte Eingang zur Parkanlage auf Höhe Hirschbühlweg ist oft voller Abfall.

Im Frühling 2013 publizierte die Südostschweiz einen Beitrag mit dem Titel Des Herrn Moritzi vergessener Garten. Wie alltäglich für Churer Einwohner/innen der Rosenhügel sein mag, erkennt man im Opener des Beitrags: „Seit Jahren möchte die Stadt Chur die Gartenanlage auf dem Rosenhügel sanieren. Die was, bitte? Eben. Ein Spaziergang durch einen Park und einige Jahrhunderte vergessener Stadtgeschichte.“. Der bald 15-jährige Sohn eines Freundes, der in Chur geboren wurde und immer noch hier zur Schule geht, kennt den Rosenhügel gar nicht, wie er mir antwortete… Das ist vielleicht auch gut so, dann hab ich weiterhin auf der Hunderunde mit Lisa Ruhe auf dem Rosenhügel ;o)

"Chur vom Rosenhügel. Gruss aus Chur" (Druck, 16. April 1900) gefunden auf Fundaziun Capauliana

„Chur vom Rosenhügel. Gruss aus Chur“ (Druck, 16. April 1900) gefunden auf Fundaziun Capauliana

Ein weiterer Punkt: der Rosenhügel befindet sich an einer Stelle, an der an bestimmten Monaten nicht wirklich viel Sonne hinkommt. Auch auf GoogleMaps liegt der Rosenhügel zumindest aktuell in einem schwarzen Schattenloch. Über die Wintermonate kann es vorkommen, dass da quasi tagsüber gar keine Sonne hinscheint; der steile, mächtige Pizokel ist im Weg, ein Hang, der nach Norden ausgerichtet ist.

„Uff am Rosahügel“

Zum Rosenhügel und den Hinrichtungen auf der Richtstätte gibt es Geschichten und Sagen, so eine z.B. (sim: Audiobeitrag in der Südostschweiz):

„Uff am Rosahügel ob am Welschdörfli, wo ma früanar dia arma Sündar hiigrichtet hätt, hetti amool au wider aina sölla khöpft werda. As isch zmitzt im Wintar gsi und allas pickalhärt gfroora. Wäga därra vardalischa Khelti isch denn au gäär niamart gu zuluaga khoo. Nu d’r Härr Pfarrar und dar Scharfrichter sind mit dem arma Hudar uff da Rosahügel uffa. Dött hätt dar Scharfrichter tua, wass’r hätt müassa. Das isch millionisch gschwind ganga, dass d’r Kopf nitt amol abakheit isch.

Wills aber an demm Tag so eelend khalt isch gsi und dar Booda so härt gfroora, dass ma khai Graab heet khönna schuufla, hennsi dar Khöpft aifach loo ligga und sinn, flüch odar i nimm di, ab und in d’Stadt. Im Wälschdörfli sinns aber dua no iikheert zum a bitzali arwarma und henn a Halba mitanand trungga.

A Wiili darno goot d’Tüür off, und a neua Gascht khunnt in d?Würtschaft inna. Aswia isch dä üsarna zwai bekhannt vorkhoo, aber si henn nitt witter gluagt. Dar neu höggt si in da Winkel näbam haissa-n-Oofa und b’schtellt a Gleesli Rötali. Abar, wo nar d’s Gleesli hätt wella schtütza, gitt’s uff aimol a mords Krach. Dia andara Gäscht luagann uuf, und – wass gsähanns? D’r Khopf vumm Maa am Oofa kheit uff da Booda und rollt am Pfarrar und am Scharfrichter grad vor d’Füass. Dia sinn nitt übal vu iarem Schöppli uufgschprunga.

Jetz henns gwüsst, wär das gsii isch. Stuhableich luagenns uff da Khörpar, wo no uff am Oofabenkli gläga isch. Wia isch denn daas au passiart?? Joo, daas isch nitt schwär z’arroota. In därra eelenda Khelti isch dem Maa halt dar Khopf widar an da Hals aagfroora. Und wo nar v’rwacht isch, isch’r halt uufgschtanda und in d’Stadt und ins nööchschta Würtshuus und hätt halt dött wella arwarma – und am Oofa isch ar halt uuftaut, und soo isch am denn d’r khopf vumm Hals abakheit…“

Eine weitere Geschichte handelt von einem Scharfrichter, der drei Diebe zu richten hatte. Der Richter hatte Alkohol vor der Arbeit genossen und die Hinrichtung des dritten Diebes missling ihm. Es heisst, der Scharfrichter hätte schon bei den ersten beiden Dieben mehrmals zuschlagen müssen, da er nicht den Hals sondern die Oberkörper traf. Dies empörte die Churer Bevölkerung derart, dass sie den Scharfrichter kurzerhand steinigten. Das war in dieser Zeit nicht unüblich. Der dabei anwesende Richter soll in Anbetracht der misslungenen Exekution nicht eingegriffen haben. Scharfrichter samt deren Familien galten damals vielerorts als unehrenhaft und der Churer Scharfrichter wohnte damals am Stadtrand, in der Scharfrichtergasse nahe dem ehemaligen Untertor.

„Hinrichtung von drei Dieben und Steinigung eines Scharfrichters in Chur 1575. Zeitgenössische kolorierte Federzeichnung aus der Zürcher „Wickiana“. Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung.

„Hinrichtung von drei Dieben und Steinigung eines Scharfrichters in Chur 1575. Zeitgenössische kolorierte Federzeichnung aus der Zürcher „Wickiana“. Zentralbibliothek Zürich, Handschriftenabteilung.

Mehr zum geschichtlichen Hintergrund:

Der Rosenhügel. Abkühlungen an der Peripherie
Ein Stadtspaziergang mit Bernhard Kathan von der Obergasse auf den Rosenhügel
Realisiert im Rahmen von Chur durchwühlen
Ein Projekt der Hasena, Koproduktion Theater Chur
http://www.hiddenmuseum.net

Fotos: die Parkanlage Rosenhügel am Churer Pizokel

Folgend noch ein paar Fotos vom Churer Rosenhügel. Alle Fotos stammen vom März oder April 2018. Alle eigenen Fotos, auch die obenstehenden, sind lizenzfrei im Sinne von #GRischashot. Ich habe die Bilder entweder mit der Smartphonekamera oder aber mit meiner kleinen Canon EOS gemacht. Ich habe die Bilder nur gerade ausgerichtet, ansonsten sind sie quasi unbearbeitet:

Unterer Eingang an der Malixerstrasse, Achtung: gefährlicher Fussgängerstreifen!

Unterer Eingang an der Malixerstrasse, Achtung: gefährlicher Fussgängerstreifen!

Ein altes kleines Gebäude, umfunktioniert. Die Aussicht an dieser Stelle ist nicht besonders beeindruckend.

Ein altes kleines Gebäude, umfunktioniert. Die Aussicht an dieser Stelle ist nicht besonders beeindruckend.

Beim unteren, ersten Eingang. Links die Malixerstrasse.

Beim unteren, ersten Eingang. Links die Malixerstrasse.

Gebüsche säumen die Gehwege am Rosenhügel

Gebüsche säumen die Gehwege am Rosenhügel

Gebüsche säumen die Gehwege am Rosenhügel

Gebüsche säumen die Gehwege am Rosenhügel

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nördliche Richtung, Loë-Quartier

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nördliche Richtung, Loë-Quartier

Der obere Eingang zur Parkanlage, Höhe Hirschbühlweg

Der obere Eingang zur Parkanlage, Höhe Hirschbühlweg

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in westliche Richtung (13. April 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in westliche Richtung (13. April 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in östliche Richtung (13. April 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in östliche Richtung (13. April 2018)

Beim oberen Eingang zum Rosenhügel (30. März 2018)

Beim oberen Eingang zum Rosenhügel (30. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nördliche Richtung, Altstadt, Loë-Quartier (31. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nördliche Richtung, Altstadt, Loë-Quartier (31. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel in westliche Richtung, im Hintergrund Chur-West und Felsberger Calanda, Luftseilbahn Chur-Brambrüesch, LCB (31. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel in westliche Richtung, im Hintergrund Chur-West und Felsberger Calanda, Luftseilbahn Chur-Brambrüesch, LCB (31. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel in nordwestliche Richtung, im Hintergrund Calanda, Neustadt (01. April 2018)

Aussicht vom Rosenhügel in nordwestliche Richtung, im Hintergrund Calanda, Neustadt (01. April 2018)

Aussicht vom Rosenhügel in nordwestliche Richtung, im Hintergrund Calanda, Neustadt (01. April 2018)

Aussicht vom Rosenhügel in nordwestliche Richtung, im Hintergrund Calanda, Neustadt (01. April 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nordwestliche Richtung, Calanda (04. April 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nordwestliche Richtung, Calanda (04. April 2018)

Aussicht vom Rosenhügel in westliche Richtung, im Hintergrund Chur-West und Felsberger Calanda, im Vordergrund Hotel-Restaurant Rosenhügel, Malixerstrasse (06. April 2018)

Aussicht vom Rosenhügel in westliche Richtung, im Hintergrund Chur-West und Felsberger Calanda, im Vordergrund Hotel-Restaurant Rosenhügel, Malixerstrasse (06. April 2018)

Auf dem Weg zum Rosenhügel hoch (07. April 2018)

Auf dem Weg zum Rosenhügel hoch (07. April 2018)

Eingang zur Terrasse auf dem Rosenhügel (13. April 2018)

Eingang zur Terrasse auf dem Rosenhügel (13. April 2018)

Am Rosenhügel, im Hintergrund Chur-West und Felsberger Calanda (28. März 2018)

Am Rosenhügel, im Hintergrund Chur-West und Felsberger Calanda (28. März 2018)

Am Gehweg, liebliche Blümchen im Frühling (25. März 2018)

Am Gehweg, liebliche Blümchen im Frühling (25. März 2018)

Am Rosenhügel, im Hintergrund der Pizokel und Känzeli (22. März 2018)

Am Rosenhügel, im Hintergrund der Pizokel und Känzeli (22. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in nordwestliche Richtung (22. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in nordwestliche Richtung (22. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in östliche Richtung (22. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in östliche Richtung (22. März 2018)

Beim oberen Eingang zum Rosenhügel (20. März 2018)

Beim oberen Eingang zum Rosenhügel (20. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in östliche Richtung (19. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in östliche Richtung (19. März 2018)

Frühling in der Parkanlage Rosenhügel (18. März 2018)

Frühling in der Parkanlage Rosenhügel (18. März 2018)

Am Gehweg, liebliche Blümchen im Frühling (14. März 2018)

Am Gehweg, liebliche Blümchen im Frühling (14. März 2018)

Frühlingsstimmung am Rosenhügel (14. März 2018)

Frühlingsstimmung am Rosenhügel (14. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nördliche Richtung, Loë-Quartier (14. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nördliche Richtung, Loë-Quartier (14. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in westliche Richtung (14. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in westliche Richtung (14. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nordwestliche Richtung, Calanda (14. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nordwestliche Richtung, Calanda (14. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in östliche Richtung (14. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in östliche Richtung (14. März 2018)

Beim oberen Eingang zum Rosenhügel (14. März 2018)

Beim oberen Eingang zum Rosenhügel (14. März 2018)

Beim oberen Eingang zum Rosenhügel (14. März 2018)

Beim oberen Eingang zum Rosenhügel (14. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nordwestliche Richtung (08. März 2018)

Aussicht vom Rosenhügel, Blick in nordwestliche Richtung (08. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in westliche Richtung (08. März 2018)

Terrasse auf dem Rosenhügel, Blick in westliche Richtung (08. März 2018)

Am Gehweg, liebliche Blümchen im Frühling (08. März 2018)

Am Gehweg, liebliche Blümchen im Frühling (08. März 2018)

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