VCS Sektion Graubünden zu Fernbusse und Umwelt

Da wurde doch kürzlich das „System“ gelockert, plötzlich kann man ab „billigen“ 19 Euro oder so nach Milano (Italien) oder München fahren, z.B. mit IC-Fernbussen der Deutschen Bahn (graubuendner.ch berichtete) ab Postautodeck Bahnhof Chur. Nun hat der Verkehrsclub der Schweiz (VCS, Sektion Graubünden) seine Meinung zu diesen Fernbussen mitgeteilt.

Auch wenn es einigen nicht so passt, finde ich es gut, dass die ÖV in der Schweiz ein wenig wachgerüttelt werden. Die Preise für Bahn- oder Busbillete in der Schweiz sind für jene, die nicht Ende Monat 8000.- CHF verdienen, schlicht und einfach viel zu hoch. Wenn man dann auch noch kein „Halbtax-Abo“ hat, muss man sehr tief in die Tasche greifen, wenn man mal ein paar Kilometer mit ÖV reisen will.

Als (Zwangs-)Kunde ärgere ich mich oft. Gerne sage ich dann auch meine Meinung. So wie hier und jetzt. Auch wenn ich manchmal den Leuten vor den „Kopf stosse“, und die meisten dann über meine lockere, unverblümte, sehr direkte Art tüpiert sind.

Fernbusse schaden der Umwelt

So lautet die Überschrift der Medienmitteilung des VCS Sektion Graubünden zu diesen pösen Fernbussen. Die muss man doch iirgendwie verhindern können… Diese Aussage, Fernbusse würden der Umwelt schaden, aus dem Mund eines Auto-Clubs, da finde ich kein anderes Wort als „Realsatire“, soll ich anständig bleiben. Wenn nicht, dann würde ich eher sagen, „Trolle“, oder „Wahrheitsverdreher“, oder einfach „a Witz“, aber zum Lachen ist das ja nicht wirklich…

So, Fernbusse schaden also der Umwelt? Wäre es dem VCS Graubünden lieber, die 40 Passagiere würden mit 30 Autos nach Milano und zurück? Am besten noch mit alten Luftverpestern, damit mehr Kohle in die Kasse fliesst? Ich habe überhaupt nichts gegen VCS, dieser war bis heute noch nie auf meinem „Radar“… ich war mal TCS-Mitglied, aber das ist lange her…

Mich würde es interessieren, wie derjenige, der diese Überschrift kreiert hat, zur Arbeit fährt. Ob er Atomstrom braucht? Oder es passiert schnell, dass man vielleicht ein T-Shirt trägt, von dem man plötzlich erfährt, dass Kinder am anderen Ende der Welt dieses unter kinder- UND umweltschädlichen Bedingungen hergestellt hat. Auf dem Mittagsteller liegen billige Steaks aus Konstanz, und abends guckt man in einen TV, bei dessen Herstellung die Umwelt kaputt gemacht wird. Vielleicht wohnt man auch noch neben einem Atomkraftwerk, das einem jederzeit um die Ohren fliegen kann.

Liebe VCS, alle wissen, dass es nicht stimmt wenn man das Gegenteil behauptet, was ihr da behauptet. Aber das ist eine Verdrehung, es geht doch nur darum, die eigenen Gelder zu retten, aber das Argument als Verkehrs-Club, Fernbusse seien umweltschädlich, wird wenn überhaupt, das Gegenteil bewirken, als das was es eigentlich soll. Es ist selbstentlarvend. Fernbusse seien umweltschädlich! Und Postautos nicht? Und die Bahn? Ahja, da kommt ja kein schwarzer Rauch mehr oben heraus, das ist vermutlich mit umweltfreundlichem Atomstrom angetrieben *ironieaus*

 

…Der VCS hält die Erlaubnis des BAV, den Testbetrieb für Fernbusse aufzunehmen, für unverantwortlich… (Quelle)

Ja aus Sicht eines Monopols wird das schon stimmen. Es kann ja nicht sein, dass noch jemand anderes am Kuchen knabbert, auch wenn es nur die Brösel sind… soll es freie Marktwirtschaft und eine gesunde Konkurrenz geben? Ja. Das ist aber bei „Fernbussen“ nicht der Fall, es erinnert mich an damals, als die Swisscom oder z.B. die Schweizer Post ähnlich Panik hatte.

Ich finde das schäbig. Es erinnert mich auch an solche Menschen, die im Jahr soviel verdienen, wie 100 „normale Büazer/inna“ zusammen im Monat.
ürgs.

Die Medienmitteilung mag ich nicht durchlesen, Titel und Opener haben mir gereicht, … sonst muss ich vermutlich noch mehr meckern, und das ist nicht nötig, das reicht so ;o)

P.S. vielleicht hast Du Dich schon mal gefragt, wieso der graubuendner.ch von seiner „privaten“ Homepage quasselt; jetzt weisst Du warum ;o)

Foto in Header:
Flixbus und so, Postautodeck Churer Bahnhof (April 2017, graubuendner.ch)

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Kategorie(n): Allgemein
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Publiziert am 5. Mai 2017



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