Guata Morga am 22.09.2017 – Tagesübersicht

Guata Morga! Schönstes Spätsommerwetter und Freitag – eine wunderbare Kombination. Dazu passen auch die gestern und heute erscheinenden Meldungen betreffend Besitz von Hanf bis 10 Gramm: dieser wird bzw. ist nun straffrei.

 
Gestern hat z.B. die Kantonspolizei Zürich via Medienmitteilung ihre Position bekanntgegeben:

Die Kantonspolizei Zürich teilt mit:

Die aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung ist zur Kenntnis genommen worden und das schriftliche Urteil wird derzeit ausgewertet. Die polizeiliche Verzeigungspraxis im Bereich Cannabisbesitz bei Erwachsenen wird im Kanton Zürich in Absprache mit den Übertretungsstrafbehörden bis auf weiteres eingestellt. Diese Praxis umfasst auch die Anwendung des Ordnungsbussenverfahrens. Die Polizeien setzen diese Praxisänderung per sofort um. (Quelle)

Wie ist es im Kanton Graubünden mit dem Hanf?

FM1today schreibt dazu:

Im Kanton Graubünden wird der Besitz von Cannabis nach wie vor bestraft. Es gelten also dieselben Regeln wie in Zürich. Allerdings könnte sich das bald ändern: «Wir werden den Bundesgerichts-Entscheid analysieren und die Praxis eventuell entsprechend anpassen», heisst es auf Anfrage bei der Kantonspolizei Graubünden. Gut möglich, dass dort bald dieselben Regeln gelten wie in St.Gallen und Thurgau. (Quelle)

Der Kanton Thurgau ist beispielsweise bereits liberaler; dieser wendet den Artikel 19b des Betäubungsmittelgesetzes an, in welchem es heisst:

«Wer nur eine geringfügige Menge eines Betäubungsmittels für den eigenen Konsum vorbereitet oder zur Ermöglichung des gleichzeitigen und gemeinsamen Konsums einer Person von mehr als 18 Jahren unentgeltlich abgibt, ist nicht strafbar.» (Quelle, Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe, Betäubungsmittelgesetz, BetmG)

Auf dem richtigen Weg

Nun gilt es noch zwei Hürden zu nehmen:

  1. Dieser Fortschritt ist national zu harmonisieren und zu verankern. Es sind erst Kantone, Bezirke, Städte, Polizeien, die nach und nach die „aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung“ offiziell übernehmen.
  2. Den Widerspruch mit Vernunft auflösen: es ist bloss der Besitz straffrei. Es muss nun der logische Schritt gewagt werden: das was erlaubt ist zu besitzen muss auch erlaubt sein, zu konsumieren. Und zwar ab 18, und auch in „der gemütlichen Runde“ unter mehreren Erwachsenen unentgeltlich. Zudem muss auch der Anbau zwecks Eigenkonsum straffrei sein. Meiner Meinung nach reichen 5 Hanfplanzen pro Jahr pro Person – ohne wenn und aber ;o)

Wie ist es in der Realität?

Ich kann aus meiner persönlichen Realität erzählen, ich bin mal so frei :oD vor einigen Wochen kamen bei mir zwei sehr freundliche Beamte der Kantonspolizei Thurgau zu Besuch, der Grund waren einige Hanfpflanzen, die ich seit Ende letzten Winter für mich, für meinen Eigenkonsum gezogen habe, draussen auf der Wiese, zuhause, siehe Foto:

Um es kurz zu machen:
Ich erlaubte es den zwei freundlichen Beamten, meine Pflänzchen zwecks kostenloser Verbrennung mitzunehmen. Die Alternative wäre es gewesen, darauf zu bestehen, (vorher kostenpflichtig) den THC-Gehalt der Pflanzen testen zu lassen. So. Es waren 12 schöne Pflanzen, wieso 12? Gehen wir von der Anzahl Samen aus: wenn ich im Herbst schlussendlich 5 Pflanzen für mich haben will, dann muss ich im Frühling mehr anbauen, denn bis zur Ernte im Herbst fallen etwa 75% diversen, voraussehbaren Ärgernissen zum Opfer:

  1. ich will nur weibliche Pflanzen, z.B. 50% sind aber männliche Pflanzen, also verdoppeln: 10 Samen
  2. es „kommen“ nicht alle Samen/Kleinpflanzen (über die ersten paar Wochen heraus), also plus 20 %: 12 Samen
  3. mindestens 1 heftiges Unwetter im Sommer (Sturm und Regen) killt 30%: 16 Samen
  4. dann sind Schnecken, Diebe, und andere unvorgesehene Dinge, plus ein, zwei Reserve: 18 Samen

Wenn es nun ein guter und freundlicher Sommer wird, dann habe ich Mitte Sommer halt (noch) mehr, als „5 Pflanzen“ ;o) wie es nun für mich weiter geht:
die Geschichte liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft Bischofszell auf dem Tisch. So weit ich die Lage abschätzen kann, gehe ich davon aus, dass mir die Beamten glauben, dass es nur für Eigengebrauch angebaut wurde. Davon ausgehend habe ich ein Stückweit 3 Optionen: Geldbusse, „Absitzen“ im Gefängnis, oder Sozialdienst – ich habe um Sozialdienst gebeten :o) trotzdem werde ich bestraft, kriminalisiert und stigmatisiert. Wieweit, dies werde ich dann sicher irgendwann mal irgendwo erwähnen ;o)

Habt noch einen schönen Freitag #TGIF

Liabi Grüass, Roman 🍀🌞

 


 

Aus dem Netz – Schlagzeilen
Nachrichten zu Graubünden seit >> 21.09.2107

 

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    20.09.2017 – Amt für Energie und Verkehr
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Kategorie(n): Allgemein
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Publiziert am 22. September 2017



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