Billag – Nobillag – Senf aus der Mitte zum Theater

Zu der kommenden „No-Billag“-Abstimmung möchte auch ich noch was sagen. Im Wissen dass viele, so wie ich, denken werden, ou mann, nochmal der ewig gleiche Schrott. Gut, wenn das Theater endlich vorüber ist. Auch bin ich nicht so ein guter Schreiber, wie es die einen Journis sind, es gibt massenweise beste Beiträge zum Thema „No-Billag“. Trotzdem ;o)

In diesem Beitrag geht es mir nicht um Meinungsbildung. Ich möchte hier nur mal meine Meinung sagen. Nothing else!

Als Mensch des Baujahrs 1970, obwohl, gebaut muss ich im ’69 worden sein, kann ich mich gut erinnern, dass ich z.B. als 20-Jähriger die Hand ins Feuer gelegt hätte, niemals sowas zu schreiben, was ich jetzt schreibe. Es ist ja wirklich eine „unsägliche“ Billag-Rechnung. Beispielsweise mag ich mich erinnern, dass ich vor vielenvielen Jahren mal einen Rechtsvorschlag auf einen Zahlungsbefehl einlegen wollte, gegen diese nicht akzeptable Rechnung. Doch ich lernte, man kann gar keinen Rechtsvorschlag gegen die Billag-Betreibung einlegen; das war gleich nochmal der Hammer.

 


Nun, wir haben 2018, und für mich ist nicht nur die Sache mit der Billag-Rechnung heute ein bisserl anders, als es „früher“ war… Mein NEIN habe ich am gleichen Tag ins Couvert gelegt, an dem ich das Abstimmungs-Couvert erhalten habe, so wie ich es immer bei Abstimmungen mache. Gerne erkläre ich meine persönliche Sichtweise, zu dieser Abstimmung, die wohl die gehässigste ist, an die ich mich erinnern kann. Okay, 1990 war Twitter etc auch noch kein Thema ;o)

Zwangsgebühren

Auf Twitter etc wird immer wieder dieses Schlagwort benutzt. Dazu sage ich nur, wer als Privatperson meint, es sei eine Zwangsgebühr, der kann sich hier abmelden. Punkt.

Linkes Staatsfernsehen!

Für mich unbegreiflich. Ich bin nicht Links! Trotzdem. Aus meiner persönlichen Sicht, ist jemand auf dem rechten Auge blind, wenn das SRF links sein soll. Ja ich weiss, man kann auch spitzfindig sein und man findet immer isolierte Beispiele, die den Anschein erwecken, SRF sei links; wenn man den Rest ausser diesen „linken“ Sekunden oder Minuten ausblendet. Ein Beispiel: hier auf Graubünden Online ergibt sich durch meine „politische Einstellung“ automatisch eine einigermassen ausgewogene Artikelauswahl. Man findet hier aber auch Artikel/Meinungen, die klar als „links“ einzustufen möglich sind. Genauso findet man aber Sachen, die „linke“ Medien nicht so reinpacken würden. Nun, nimm den einen Artikel und betitle „mich“ „links“ – nimm einen anderen Artikel und betitle mich rechts. Such Dir was aus. Genauso ist es doch mit dem „SRF“. Zumindest für mich. Ich vermute mal, subjektiv, das SRF räumt den „No-Billag“-Befürwortern sehr viel Raum im Programm ein.

Und hey, man könnte oft meinen, es gibt nur „linke“ oder/und „rechte“ Menschen. Wie verblendet müssen diese Menschen sein, die so in Schubladen denken. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Das ist für mich einer der Hauptgründe. Die „Diskussion“ und die Argumente um No-Billag hat eine Tonalität erreicht, die ich verachte. Es braucht ja immer zwei Seiten, trotzdem empfinde ich, dass es in der Diskussion anscheinend nicht um die Billag geht, sondern um „linksfaschistische Lügenpresse“, um Fake-News, um kommunistische Staatspropaganda, um den Beweis für Truther, dass wir alle einer riesengrossen Verschwörung des „internationalen Finanzjudentums“ oder wasweissich ausgeliefert sind. Wer so argumentiert, muss ziemlich unglücklich sein, aus welchen Gründen auch immer. Ja vielleicht mögen auch Linke zuweilen die Grenzen guten Geschmacks übertreffen, aber ich finde von der rechten, „libertären“ und nationalkonservativen Seite her ist der Ton deutlich aggressiver, ja mich dünkt, zum ersten mal (!) zeigen hier Schweizer/innen ein Gesicht, das mich an die deutsche „Alternative“ und deren Gesocks erinnert. Ich gehe jetzt keine Beispieltweets raussuchen. Ich mag nicht. Aus der Mitte heraus muss ich aber sagen, ekelerregend, widerlich, absolut und 100%-ig unschweizerisch und unpatriotisch. Spätestens seit dieser „Billag-Sache“ muss niemand mehr sagen, die SVP sei patriotisch, oder „für das Volk“.

Billag-Rechnung

Im Grunde geht es ja nicht mal um die Rechnung. Obwohl eben genau damit auf Rattenfang gegangen wird. Denn das zieht ja gut; gegen die Rechnung werden ja „die meisten“ sein. Auch das ist einer der Gründe, weshalb ich NEIN stimme. Denn in Wirklichkeit geht es nicht um „die Rechnung“, sondern darum, etwas zu zerschlagen, etwas was die Schweiz ausmacht, zum Beispiel Solidarität. Deshalb finde ich bereits den Titel dieser Initiative selbstentlarvend. Populistisch wird das Wort „Billag-Rechnung“ ins scheinbare Zentrum gestellt, und in Wirklichkeit geht es bei der Abstimmung um etwas ganz anderes. Nämlich um die „linke Lügenpresse“, darum, um eine möglichst unabhängige Informationsquelle auszuschalten. NICHT um die Rechnung.

 


Graubünden

Hier kommt für mich als Bündner persönlich eine weitere Komponente dazu. Auf Twitter gibt es vermutlich niemanden, der mehr als ich „Graubünden“ auf dem Radar hat. Mir entgeht nichts ;o) so weiss ich eine (!) Person, die im Twitter-Profil „Graubünden“ stehen hat, die in obengenanntes „Muster“ passt, und sich auf Twitter/Facebook über Billag/SRF „auskotzt“. Aber diese eine Person ist national bekannt für ihr permanentes „Auskotzen“. Und dieser Herr „Rechter Freigeist“ wurde deshalb auch schon zu einer 6-stelligen Strafe/Busse verdonnert. Aber ansonsten ist der Fall in Bezug auf Graubünden ziemlich klar. Gerade Graubünden und die Rätoromanen würden bei einem JA verlieren. Unser Kanton hat es heute schon schwierig, lokale verschiedene Meinungen zu bedienen. Da gibt es gerade mal die „Somedia“, dann ist aber aus die Maus. Ausser dem SRF. Das SRF kommt diesem Auftrag nach und macht diese Sache der sprachlichen Minderheit meiner Meinung nach gut. Ohne „dieses“ SRF sehe ich schwarz für einen längerfristigen Fortbestand der rätoromanischen Sprache. Es ist ja nicht nur so, dass die Rätoromanischsprachigen medial bedient werden, sondern es wird alleine durch die Präsenz des Rumantsch im Schweizer Fernsehen/Radio das Bewusstsein gefestigt, dass es Rätoromanen und eine „vierte“ Schweiz gibt! Wenn Schweizer/innen meinen, „die“ werden sich dann bei einem JA schon irgendwie kommerziell, privatwirtschaftlich zu helfen wissen, dann muss ich sagen: schämt Euch, „Schweizer“!

 

„No-Billag“ – SRG Ombudsstelle reicht Strafanzeige gegen Bündner Person ein
20.02.2018 – 12:47 – Die Ombudsstelle des SRG Deutschschweiz hat bei der Bündner Staatsanwaltschaft gegen eine Person aus Graubünden Strafanzeige eingereicht. Die Bündner Person hatte in einer E-Mail und auch schriftlich bei der Ombudsstelle seine Meinung in einem „Rundumschlag gegen Radio und Fernsehen SRF, Bundesrätin Doris Leuthard und gegen die Ombudsstelle“… zum Artikel


 

Was mich an „Links“ ärgert

Eins vorweg: sooo schnell lasse ich mich nicht ärgern. Trotzdem, auch die „Linken“ schaffen es „ohne Probleme“, meine Nerven zu strapazieren. Nur schon deshalb, weil für gewisse „Linke“ einer sofort „Rechts“ ist, wenn er nicht gegen die Initiative ist. Ja es wird sogar die „Nazi-Keule“ hervorgeholt. Das ist absolut kontraproduktiv und zeugt von einem politischen, ideologischen Entwicklungsstand eines „14-jährigen“, nämlich einem erbärmlich tiefen. Solche Leute bedienen das Klischee. Solchen „Linken“ kann ich nur sagen: diese naive Sichtweise ist mitverantwortlich für das „Rechtsdriften“ der Gesellschaft. Es gibt viele Menschen, die sind weder links noch rechts! Nicht wenige sind frei, wie ich, und nicht einzuordnen. Solchen freien Menschen verdirbt man unter Umständen mit einem Satz die Sympathiepunkte, die man bis dahin vielleicht gehabt hätte. Es ist dasselbe wie die „Islamkeule“, die zur Hand ist, sobald man extreme Islamisten (Dschihadisten) kritisiert. Okay, da wo jemand pauschal Moslems und Dschihadisten in einen Topf wirft, ist das imho angebracht. Aber es erscheint wie ein „Tabu-Thema“. Da sehe ich durchaus gewisse Parallelen. Man muss SRF oder „Billag“ kritisieren dürfen, oder sogar ablehnen dürfen, ohne dabei in die „rechte“ (Müll-)Tonne geworfen zu werden.

So, nun fühle ich mich besser ;o) ich werde diesen Artikel auch nicht in SocialMedia verbreiten, um das geht es mir nicht.
Nur MEINE Meinung wollte ich kundtun.
Diskutiert! Auf gleicher Augenhöhe! Mit Respect!

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Kategorie(n): Allgemein
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Publiziert am 19. Februar 2018



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